Ein Feuerwehrmann ist beim Silverado Fire im Einsatz. Vier von fünf Naturkatastrophen sind nach einer Studie des Roten Kreuzes in den vergangenen zehn Jahren auf extremes Wetter und die Folgen der Klimakrise zurückgegangen. Dazu gehören Unwetter, Überschwemmungen und Hitzewellen. Foto: Jae C. Hong/AP/dpa

Der Klimawandel hat bereits extreme Auswirkungen auf die Menschheit. Klimabedingte Naturkatastrophen fordern unzählige Menschenleben und verursachen volkswirtschaftliche Schäden in astronomischer Höhe.

Genf - Vier von fünf Naturkatastrophen weltweit sind nach einer Studie des Roten Kreuzes – dem „World Disasters Report 2020“ – in den vergangenen zehn Jahren auf extremes Wetter und die Folgen der Klimakrise zurückgegangen. Dazu gehören Unwetter, Überschwemmungen und Hitzewellen.

Zusammen haben diese Katastrophen demnach mehr als 410 000 Menschenleben gefordert. Seit den 1990er Jahren sei die Zahl der klima- und wetterbedingten Katastrophen in jedem Jahrzehnt um fast 35 Prozent gestiegen, berichtete die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften am Dienstag (17. November) in Genf.

Arme Länder erleben mehr Katastrophen

Insgesamt wurden durch solche Katastrophen 1,7 Milliarden Menschen in Mitleidenschaft gezogen. Sie verloren Angehörige, wurden verletzt oder verloren Wohnbauten, Vieh, Felder und Lebensgrundlagen.

Bei allem Einsatz zur Eindämmung des Klimawandels denke die Welt viel zu wenig an den Schutz der gefährdetsten Menschen, kritisiert die Föderation. Die Länder, die wegen des Klimawandels die meisten Naturkatastrophen erlebten, erhielten nur einen kleinen Teil des Geldes, das für die Anpassung an den Klimawandel aufgewendet werde.

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Reiche Länder, die milliardenschwere Konjunkturpakete wegen der Corona-Pandemie schnürten, müssten dieses Versäumnis angehen, fordert die Föderation. Investiert werden müsse in Frühwarnsysteme und Programme, die den schlimmsten Folgen der Naturkatastrophen vorbeugen können.

Kosten des Klimawandels könnten in die Billionen gehen

Die Kosten des Klimawandels könnten einer aktuellen Prognose zufolge in den kommenden Jahrzehnten in die Billionen gehen. Im Jahr 2070 könnten sie weltweit bereits 5,4 Billionen US-Dollar (umgerechnet rund 4,6 Billionen Euro) betragen, wie Forscher des University College London und der Nichtregierungsorganisation Carbon Disclosure Projekt (CDP) berechnet haben.

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Zum Ende des nächsten Jahrhunderts, im Jahr 2200, könnten sie sogar die Schwelle von mehr als 30 Billionen US-Dollar (mehr als 26 Billionen Euro) erreichen, weil etwa Naturkatastrophen zu immer verheerenderen Schäden führen dürften. Zugrunde liegt dieser Berechnung ein „Weiter-wie-bisher“-Szenario mit einem ähnlichen Ausstoß von Treibhausgasen, das bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu einer Erderwärmung von 4,4 Grad führen würde.

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