Auf Schloss Langeburg findet eine Konfernz mit hochkarätigen Gästen statt. Foto: dpa

Eine hochkarätige Gesprächsrunde auf Schloss Langenburg soll ausloten, wie die Stadt der Zukunft aussieht. Begutachtet werden Megacities in weltweiten Ballungszentren – aber auch die Verhältnisse in Baden-Württemberg. Hauptredner ist ein Nobelpreisträger.

Langenburg - Angesichts weltweit wachsender Großstädte hat der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer die Kommunen zu einer nachhaltigen Energiepolitik aufgefordert. „Die Vorstellung, dass Kohlestrom die Grundlage für die Megacities bildet, ist absurd. Das wird nicht der Fall sein“, sagte Fischer anlässlich des Symposiums Langenburg Forum. Das Umdenken müsse auch den Verkehr betreffen. „Da werden nicht Verbrennungsmotoren dominieren, sondern auf längere Sicht klimaneutrale oder elektrische Fahrzeuge die Hauptrolle spielen“, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Bei der hochkarätig besetzten Konferenz auf Schloss Langenburg (Kreis Schwäbisch Hall) beraten am Donnerstag Politiker und Experten über die Folgen der Globalisierung. Hauptredner ist der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan, der 2001 gemeinsam mit den Vereinten Nationen den Friedensnobelpreis erhielt. In Workshops diskutieren Stadtentwickler über die Herausforderungen für Baden-Württemberg.

Fischer ist einer der Organisatoren des Forums

Fischer nannte es eine „Illusion“, dass das Anwachsen großer Städte bald stoppen könnte. „In wenigen Jahren wird die Mehrheit der Weltbevölkerung in Städten leben, daraus ergeben sich ganz spezielle Fragen. Also wird man sich Gedanken machen müssen, wie man diese Probleme angeht und lösen kann“, sagte der 69-Jährige.

Fischer ist einer der Organisatoren des Forums. Dazu wird auch der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir erwartet. „Ich verspreche mir Impulse für einen noch größeren Zusammenhalt von Stuttgart und dem Ländle, um die ökologische Modernisierung gemeinsam zu gestalten. Nur damit wird unsere Heimat zukunftsfähig bleiben“, sagte Özdemir vor Beginn.

Stuttgarts Planungschef: Landeshauptstadt hat gute Voraussetzungen

Claus-Peter Hutter von der Umweltakademie in Stuttgart sprach von einem enormen Nachholbedarf. „Wir können heute zwar Gestein vom Mars analysieren, aber mit nachhaltigen Städten tun wir uns schwer“, sagte er. In den meisten Stadtzentren gebe es zu viel Beton, Glas und Asphalt und zu wenig Grün. „Ich sehe noch nicht, dass Städte in Deutschland umweltfreundlich geplant werden“, meinte Hutter. Er sitzt mit Fischer im Beirat des Forums auf Schloss Langenburg.

Stuttgarts Planungschef Michael Münter sagte, die Landeshauptstadt besitze gute Voraussetzungen für mehr Nachhaltigkeit. Fortschritt könne aber nur gemeinsam erreicht werden. „Allein schafft es weder eine Stadtverwaltung noch die Wirtschaft“, betonte der Experte aus der Stabstelle von Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne).

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