Die Zukunft besteht auch aus vielen Zahlen. Foto: Silas Stein/IMAGO

Bei der Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz will auch Stuttgart ganz vorne mitmischen. Die Region unterstützt deshalb fünf Projekte mit mehr als 13 Millionen Euro. Gefördert werden Initiativen aus den unterschiedlichsten Bereichen von Medizin bis erneuerbare Energien.

Der Künstlichen Intelligenz soll die Zukunft gehören. Auch die Region Stuttgart ist deshalb bemüht, sich ihren Anteil vom weltweit zu verteilenden Kuchen abzuschneiden. Damit dies gelingen kann, sollen Unternehmen, die sich für die Weiterentwicklung von KI stark machen, finanziell unterstützt werden. Vor knapp einem Jahr hat die Regionalversammlung 16,22 Millionen Euro für ein Ko-Finanzierungsprogramm von KI-Projekte im Großraum Stuttgart ausgelobt. Dieses Geld soll als Katalysator wirken, um die in diesem Bereich tätigen Unternehmen und Startups weiter zu vernetzen und voranzubringen.

 

Nun hat eine Fachjury fünf Projekte ausgewählt, auf die der Bärenanteil der ausgelobten Mittel, immerhin rund 13,2 Millionen Euro, verteilt wird. Die restlichen drei Millionen Euro sollen dann im Herbst an weitere Antragssteller ausgeschüttet werden.

Knotenpunkt für KI-Projekte in der Medizin

Zu den ausgewählten Projekten gehört „KI im Gesundheitswesen“ des Innovation Centers Fellbach. Als Innovations- und Gründungscenter sollen hier alle KI-Aktivitäten von Unternehmen, Start-ups und wissenschaftlichen Instituten im Bereich Medizin und der Weiterentwicklung von Medizintechnik und Diagnostik zusammengeführt werden. Das Innovation Center soll so zum Knotenpunkt werden und den Ausbau von Netzwerken fördern. Für die Ausstattung des 2000 Quadratmeter großen Technologiegebäudes stellt die Region der Stadt Fellbach 2,6 Millionen Euro zur Verfügung.

Deutlich mehr Geld – 4,8 Millionen Euro - erhält die Universität Stuttgart für das Projekt „KI für ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Planen und Bauen“ des Innovation Hub der Universität. Finanziert wird damit anteilig ein Neubau auf dem Campus der Stuttgarter Uni, in dem nicht nur die Möglichkeiten der KI im Bauwesen aufgezeigt werden. Das Gebäude soll auch Heimat für KI-Forschende und Anwender sein. Ursprünglich sollte in dem Gebäude nur Grundlagenforschung betrieben werden. Die Mittel der Region werden nun dafür verwandt, um das dort entwickelte Wissen in die regionale Bauindustrie hinein und an Start-ups zu vermitteln.

Man will Start-ups dauerhaft an Böblingen binden

Sogar fünf Millionen Euro fließen in das Projekt AI transform auf dem Gelände des Softwarezentrums Böblingen/Sindelfingen. Entstehen sollen auf 2700 Quadratmetern Produktivflächen, Büroräume und Kommunikationszonen für junge Unternehmen und nationale, sowie internationale Firmen mit KI-Schwerpunkten. Erklärtes Ziel ist es, erfolgreiche Start-ups dauerhaft an Böblingen zu binden. Das Geld fließt an die Projektpartner, die Stadt Böblingen und das Softwarezentrum Böblingen/Sindelfingen.

Deutlich geringere Beträge erhalten das Projekt „Gaininsight“ des baden-württembergischen Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung (133 000 Euro) und Ki-S@arena-x der Universität Stuttgart (685 000 Euro). Gaininsight soll unter anderem KI-Innovationen für Elektromobilität, Wasserstofftechnologie und erneuerbare Energien entwickeln, Ki-D@arena-x Unternehmen den Einstieg in die KI-Welt erleichtern.