Braucht es den finanziellen Anreiz noch, sich ein Balkonkraftwerk zu kaufen? Hier gehen in Stuttgart die Meinungen auseinander. Foto: dpa/Jens Büttner

Weil der Preis für Balkonkraftwerke stark gesunken ist, wurde der Zuschuss in Stuttgart gestrichen. Eine Fraktion betont erneut die „soziale Komponente“, findet aber keine Mehrheit.

Bisher gab es in Stuttgart 200 Euro von der Stadt, wenn man sich ein Balkonkraftwerk gekauft hat. Inhaber der Bonuscard bekamen 300 Euro. Damit lag Stuttgart vor ein paar Jahren im Trend. Immer mehr Kommunen bezuschussten die Steckersolarmodule, weil sie als erster kleiner Einstieg in die Energiewende gelten.

 

An dieser Einschätzung hat sich prinzipiell auch nichts geändert. Allerdings sind die Preise für Balkonkraftwerke inzwischen so deutlich gesunken, dass die Förderung in Stuttgart mit dem vergangenen Haushaltsbeschluss gestoppt worden ist.

In Stuttgart gab es bisher einen Zuschuss von 200 Euro

Die Fraktion SPD/Volt hat das Thema nun erneut auf den Tisch gebracht. Im Rahmen des Umbaus der Förderung für die private Energiewende forderten sie per Antrag, Balkonkraftwerke weiterhin zu unterstützen.

So in etwa sieht der Wechselrichter aus, der Teil des Balkonkraftwerks ist. Foto: dpa

„Die Förderhöhe wird jedoch um die Hälfte reduziert – sowohl für Menschen mit einer Bonuscard + Kultur als auch ohne“, heißt es in dem Antrag. „Sie sind ein Einstieg in die Energiewende, die Förderung sollte deshalb beibehalten werden“, sagte Celine Hirschka (Volt) im Ausschuss für Klima und Umwelt am 21. April. Die Steckersolarmodule hätten „fast schon eine soziale Komponente“, sagte Lucia Schanbacher (SPD); auch Mieter könnten sie zum Beispiel installieren.

Stuttgarter Grüner: Förderung könne man keinem mehr erklären

SPD/Volt blieb mit diesem Vorschlag allerdings ohne Mehrheit. „Natürlich sind diese Teile gut“, sagte Alexander Kotz (CDU). Doch sie seien „wirtschaftlich tragbar“, daher stehe die Förderung in keinem Verhältnis mehr. Das sehen auch die Grünen so. Mit Förderung würden sich Balkonkraftwerke nach einem Jahr amortisieren. „Das kannst du doch keinem mehr erklären“, sagte Björn Peterhoff.

Jürgen Görres, der Leiter der Energieabteilung im Amt für Umweltschutz, wies zudem noch darauf hin, dass Balkonkraftwerke in Stuttgart lediglich vier Prozent der Leistung, die installiert wurde, ausmachen. Man wolle sich mit der Förderung auf die wichtigen Stellschrauben konzentrieren, sagte der Bau- und Umweltbürgermeister Peter Pätzold.