Janina Hofmann möchte die Kreisbaugruppe Waiblingen bereit für eine klimaneutrale Zukunft machen und nahm dafür am Projekt Klimafit teil. Foto: Gottfried Stoppel

Der Klimawandel stellt auch Unternehmen im Rems-Murr-Kreis vor Herausforderungen. Das Förderprogramm Klimafit hilft Betrieben dabei, erste Schritte in Richtung Klimaneutralität zu gehen. Mit Erfolg?

Der Rems-Murr-Kreis möchte bis zum Jahr 2035 klimaneutral werden. Das bedeutet, klimaschädliche Stoffe wie etwa Treibhausgase sollen vermieden oder ausgeglichen werden. Das ist ein ehrgeiziges Ziel, und es kann wohl nur erreicht werden, wenn auch die im Landkreis ansässigen Unternehmen mitmachen. Klimafit, ein Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg, zielt genau darauf ab.

Schritt für Schritt zur Klimaneutralität

In den vergangenen neun Monaten haben sieben in der Region ansässige Unternehmen aus verschiedenen Branchen Schritte in Richtung Klimaneutralität gemacht. Unterstützt wurden sie dabei von der Energieagentur Rems-Murr und Arqum, einem Beratungsunternehmen für Umweltmanagement. Nun wurden die Teilnehmer zum Ende des Programms bei der Abschlussveranstaltung in den Räumlichkeiten der Waiblinger Firma Raum-Messe-Licht, die ebenfalls am Projekt teilnahm, für klimafit erklärt.

Annika Oswald, die das Projekt für die Energieagentur betreut, betonte dabei die Herausforderungen der notwendigen Umstellungen für regionale Unternehmen: „Einen Nachhaltigkeitspfad für Unternehmen zu ebnen, ist nicht einfach.“ Der laufende Betrieb und die Wirtschaftlichkeit hätten nun einmal meist Priorität.

Wie viele Treibhausgase produziert ein Unternehmen?

Trotzdem sei seit Projektbeginn im Juli 2023 viel passiert, sagte Annika Oswald. Im Rahmen des Programms profitierten alle Teilnehmer von digitalen und Präsenzworkshops und individueller Beratung in den Unternehmen. Ein wichtiger Schritt in dem Prozess ist die Feststellung des Treibhausgasausstoßes der Betriebe. Basierend darauf wurden Maßnahmen erarbeitet, um diesen Wert zu reduzieren.

Die Verbesserungen der Umweltbilanz wurden je nach Unternehmen mit unterschiedlichen Schritten erreicht. In den meisten Fällen fielen sie in eine von vier Kategorien: Strom, Wärme, Abfall und Mobilität. Insgesamt konnten dadurch etwa 160 Tonnen CO2 eingespart werden. Das entspricht dem durchschnittlichen jährlichen ökologischen Fußabdruck von 19 Menschen.

Kleine, aber wirksame Schritte

In der Praxis bedeutete dies, dass manche der Betriebe auf Ökostrom umstiegen oder ihre Abfallbilanz verbesserten, indem sie nur noch Recyclingpapier benutzten. Oft, so berichteten viele der Teilnehmer, waren es kleine Schritte, die sich als umsetzbar und wirkungsvoll erwiesen. Bei den sieben beteiligten Unternehmen stieß das Programm durchweg auf Zuspruch. Markus Vaihinger von Jung, einem Transporttechnikunternehmen aus Waiblingen mit etwa 50 Mitarbeitenden, betonte, wie hilfreich die Ermittlung der Treibhausgasbilanz des Unternehmens gewesen sei: „Wir haben jetzt ein besseres Verständnis dafür, wodurch Emissionen entstehen.“ Doch es brauche die Unterstützung der gesamten Belegschaft, um klimafreundliche Veränderungen zu etablieren.

Janina Hofmann war für die Kreisbaugesellschaft Waiblingen anwesend. Diese verwaltet unter anderem die Markthalle in Waiblingen, auf die sich die emissionsreduzierenden Bemühungen der Gesellschaft konzentrierten. Dadurch, dass verschiedene Mieter die Markthalle nutzten, seien sie anfangs unsicher gewesen, welche Maßnahmen realisierbar seien, sagte Janina Hofmann. „Doch die Rückmeldungen sind nun alle positiv, und alle sind engagiert.“ Auch in Zukunft wolle man, dass die Mieter sich aktiv mit Ideen einbringen.

Positive Rückmeldungen und motivierte Mieter

Laura Utz von der Wirtschaftsförderung Waiblingen überreichte den Teilnehmenden am Ende die Urkunden und sagte resümierend: „Die positiven Rückmeldungen freuen uns sehr und ich danke Ihnen allen, dass Sie so offen waren.“

Und wie geht es weiter? In einem Jahr werden die Unternehmen noch einmal zu ihren Fortschritten Bericht erstatten. Bereits im Juni soll die nächste Runde an Betrieben klimafit gemacht werden. Bis zu zwölf Unternehmen aus dem Rems-Murr-Kreis können teilnehmen.

Mehr Informationen gibt es unter: www.energieagentur-remsmurr.de