Denkmalgeschützt und ortsbildprägend: Fachwerkhäuser. Foto: Eibner/Archiv

Bei der Sanierung des Aidlingers Ortskerns gibt es Fördergelder vom Land. In der Frage um ein denkmalgeschütztes Privathaus kommt es im Gemeinderat zu Diskussionen.

Das Land hat die Gemeinde Aidlingen für das städtebauliche Projekt „Ortskern II“ ins Landessanierungsprogramm aufgenommen. Privatpersonen mit einem Grundstück innerhalb des Gebiets können Fördergelder beantragen, wenn sie eine Sanierung planen. Das hatte der Gemeinderat im Juni 2024 beschlossen. Im Januar 2025 folgte der Satzungsbeschluss.

 

Eine Anwohnerin in der Hirschgasse hatte die Sanierung ihres denkmalgeschützten Einfamilienhauses allerdings schon vorher begonnen und die bisherigen Arbeiten privat bezahlt. Für die verbleibenden Arbeiten hätte sie gerne eine Förderung. Dafür braucht es aber die Zustimmung des Gemeinderats.

Die Verwaltung empfiehlt, der Förderung zuzustimmen

Die Verwaltung hatte in der jüngsten Sitzung des Gremiums empfohlen, der Förderung zuzustimmen – zum einen, weil die Hausbesitzerin einen Großteil der Sanierung schon aus eigener Tasche bezahlt hat, zum anderen, weil eine Modernisierung des denkmalgeschützten und ortsbildprägenden Gebäudes im Sinne der Ortskernsanierung sei.

Das sah Matthias Harr jedoch ganz anders. „Ich werde nicht zustimmen“, sagte der Gemeinderat der Fraktion Die Freien. „Wo fängt man da an, wo hört man auf?“, fragte er in die Runde. CDU-Fraktionschef Thomas Rott widersprach Harr: „Wir schaffen hier keinen Präzedenzfall.“ Er betonte, dass man bei dem Sanierungsprojekt eine klare Linie fahren und alle Antragssteller gleichbehandeln müsse. Frank Beicht (Freie Wähler) stimmte Rott zu, dass es sich hier nur um eine Folgemaßnahme handle und verwies auf den „verschwindend geringen Betrag“. Bei kalkulierten Gesamtkosten von 13 000 Euro für die Maßnahme geht es um eine Fördersumme von lediglich rund 5800 Euro.

„Die gute Frau hat einfach Pech gehabt.“

„Die gute Frau hat einfach Pech gehabt, weil sie so früh angefangen hat“, sagte Siegmund Zweigart (Grünen-Fraktion). „Das ist wirklich eine Ausnahme“ sagte er und bezweifelte, dass der Gemeinderat noch über viele weiterer solcher Fälle entscheiden müsse.

Die Mehrheit des Gremiums war offenbar derselben Ansicht. Am Ende nickte der Gemeinderat den Beschlussvorschlag mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung ab.