Sammelaktionen gibt es viele – die jetzt angekündigte Aktion in Altdorf ist aber illegal. Foto: /Symbol/Sandra Hintermayr

Immer wieder finden Menschen im Kreis Böblingen Flyer im Briefkasten, die auf vermeintliche Sammelaktionen hinweisen. Vom Auto über Mischmaschinen bis zum „Wellenreiterbrett“ kann alles abgeholt werden. Laut Landratsamt ist die Aktion illegal.

Man muss fast schon lachen, wenn man sich den Flyer genau ansieht: „Auto modell benzin“ steht da drauf, Türen, Fenster und „Schi latte“. Das alles – und noch viel mehr – kann am Dienstagmorgen um 7 Uhr bei einer Sammelaktion in Altdorf abgeholt werden. Das kündigt zumindest ein Flyer an, den Altdorfer zuletzt in ihren Briefkästen fanden. Demnach – so ist trotz erheblicher Rechtschreib- und Grammatikfehler herauszulesen – sollen die potenziellen Spender ihre Sachen vor die Haustür stellen und den Flyer oben drauf legen. Eine angebliche ungarische Familie hole die Sachen dann ab.

 

Die Aktion ist nicht neu. Immer wieder fischen Anwohner in verschiedenen Städten und Gemeinden solche Zettel aus dem Briefkasten. Das bestätigt auch das Polizeipräsidium Ludwigsburg, das für den Kreis Böblingen zuständig ist. Aber Achtung: Die Aktion ist illegal. „In den meisten Fällen steht mutmaßlich weniger der gemeinnützige Aspekt im Vordergrund, sondern eher der profitable oder wirtschaftliche“, schreibt Sprecher André Kielneker am Montag auf Anfrage unserer Zeitung.

Landratsamt: „Das sind illegale Sammlungen“

Egal, ob es sich um gemeinnützige oder gewerbliche Sammlungen handle, sie müssten zuvor bei den zuständigen Behörden angezeigt werden. In diesem Fall beim Landratsamt Böblingen – da wurde aber nichts angemeldet. Landratsamt-Sprecherin Simone Hotz bestätigt: „Im Umkehrschluss sind das also jetzt illegale Sammlungen.“

Könnte jemand jetzt womöglich vorbeikommen und alles einsammeln, was nicht niet- und nagelfest ist? „Nein, diese Sorge muss nicht bestehen“, so die Polizei. Kollegen vom Polizeiposten Holzgerlingen und vom Arbeitsbereich Gewerbe und Umwelt des Polizeipräsidiums Ludwigsburg werden im Einsatz sein, kündigte Kielneker an. Laut Landratsamt sind solche Aktionen aber wenig erfolgversprechend: „Das führt regelmäßig zu nichts, weil die Sammelnden in der Regel nicht diejenigen sind, die man belangen kann“, schreibt Simone Hotz. An die „Hintermänner“ komme man nicht ran.

Was also tun? „Wir empfehlen, diesen Sammlungsaufruf zu ignorieren“, so André Kielneker. Sachspenden könne man seriösen Hilfsorganisationen zukommen lassen. Und sollte jemand etwas Verdächtiges wahrnehmen: Bitte die Polizei informieren.