Alle wieder raus – das Flugzeug der Kanzlerin kann nicht weiter fliegen. Foto: dpa

Es hat viele helfende Hände benötigt, um Bundeskanzlerin Angela Merkel in eine Maschine nach Argentinien zu lotsen. Dies sind die Hintergründe einer ungewöhnlichen Flugbuchung.

Stuttgart - Anstatt über dem Atlantik Akten zu wälzen, oder ein wenig im Regierungs-Airbus zu dösen, hat Kanzlerin Angela Merkel einen eher hektische Nacht zum Freitag erlebt. Nachdem das defekte Regierungsflugzeug „Konrad Adenauer“ den Flug zum G-20-Gipfel nach Argentinien abbrechen musste und um 21 Uhr in Köln gelandet war, ging es für die Kanzlerin zunächst in einer anderen Regierungsmaschine weiter nach Madrid. Dass der Flughafen Köln/Bonn Standort der Flugbereitschaft ist, war da von Vorteil. Um 9 Uhr am Freitag hebt von der spanischen Hauptstadt aus ein Linienflug ab in Richtung Argentinien – manch ein Gast wird sich wundern über den Sicherheitsaufwand, denn es heißt: Kanzlerin an Bord.

Wer hat das organisiert?

Die Mitarbeiter der verschiedenen Planungsstäbe dürften sich nicht lange darüber gefreut haben, dass die Kanzlerin ihre Reise nach Argentinien angetreten hat. Wenige Minuten nach dem Start der Maschine piepsten die Mobiltelefone Alarm: Es musste schnell umorganisiert werden. Das Protokoll des Auswärtigen Amtes trägt die Hauptverantwortung bei der Planung, wie es weiter geht. Eine Maschine mieten? Einen Linienflug buchen? Wenn ja mit welcher Gesellschaft? Wie ist die Sicherheitslage? All diese Fragen galt es in Windeseile zu klären. Unterstützung bekamen die Mitarbeiter des Außenministeriums durch Kollegen des Kanzleramtes und des Verteidigungsministeriums, dem die Flugbereitschaft der Luftwaffe untersteht.

Wer gehört zur Delegation

Die offizielle Delegation ist überschaubar. Neben Angela Merkel und ihrem Ehemann Joachim Sauer sind unter anderem Bundesfinanzminister Olaf Scholz, Regierungssprecher Steffen Seibert und mehrere hochrangige Berater gelistet, daneben Mitarbeiter für die Sicherheit. Der gesamte Begleittross ist umfangreicher, ihm gehören mehrere Dutzend Personen an, auch Journalisten. In der Linienmaschine findet nur der engste Zirkel um die Kanzlerin Platz.

Was kostet das?

Offizielle Angaben über den Flugpreis gibt es derzeit noch nicht. Ebenso wenig eine Erklärung dazu, wie die Tickets gebucht worden sind. Auf der Webseite von Iberia werden Businessclass-Tickets für die einfache Strecke von Madrid nach Buenos Aires für rund 3000 Euro offeriert. Ob es einen Rabatt gegeben hat ist unbekannt.

Welche Fluglinie ist das?

Iberia ist die größte spanische Fluggesellschaft, sie existiert seit 1927. Der Langstreckenverkehr ist stark nach Südamerika ausgerichtet. Die Flotte besteht aus 82 Flugzeugen, die im Schnitt knapp zehn Jahre alt sind. In der Vergangenheit ist Iberia oft in wirtschaftlichen Turbulenzen gewesen und hatte einen schlechten Ruf, wegen chronischer Verspätungen. Daran hat die Fluggesellschaft jedoch gearbeitet. In den letzten Jahren findet sich Iberia in den verschiedenen Pünktlichkeits-Rankings stets auf einem der vorderen Plätze. Geplante Ankunftszeit der Kanzlerin in Argentinien: 17.55 Uhr – Ortszeit.

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