Ulrich Heppe und Carsten Poralla, Geschäftsführer der Flughafen Stuttgart GmbH, haben beim Unternehmerdialog in Leinfelden-Echterdingen über die Klimaziele ihres Konzerns gesprochen.
Der Stuttgarter Flughafen, der zwar die Landeshauptstadt im Namen trägt, aber genau genommen in Leinfelden-Echterdingen liegt und deshalb auch als der fünfte Stadtteil der Kommune bezeichnet wird, will bis 2040 klimaneutral werden. Zumindest was den Betrieb am Boden, die Terminals und andere Gebäude auf dem Campus und die Fahrzeugflotte betrifft. Wie das zu schaffen ist, haben Ulrich Heppe und Carsten Poralla, Geschäftsführer der Flughafen Stuttgart GmbH, beim Unternehmerdialog von Leinfelden-Echterdingen dargestellt. Bei dem Veranstaltungsformat der städtischen Wirtschaftsförderung kommen große und kleine Unternehmer der Stadt zusammen.
Angesichts der Zahlen, die Ulrich Heppe zunächst präsentierte, scheint dieses Ziel recht ambitioniert zu sein. „Wir hoffen, dieses Jahr 9,4 Millionen Passagiere zu haben und ein Wachstum von zwölf Prozent“, sagte Heppe. „46 Airlines fliegen 116 Destinationen in 36 Ländern an, Menschen aus 44 Nationen arbeiten bei uns.“
Im Vergleich zum Jahr 1990 hat der Flughafen dennoch seinen CO2-Ausstoß bereits um 55 Prozent reduziert, klärte Carsten Poralla auf. Wie das geschafft wurde? Alle Passagierbusse und Gepäckschlepper laufen am Airport mittlerweile elektrisch. Der Flughafen habe auch bereits einen elektrischen Tankwagen im Einsatz. Ziel sei es, bis 2030 eine hundertprozentige E-Flotte zu haben. Das Unternehmen habe bereits mit Fotovoltaikanlagen auf saubere Energie umgestellt. Erst im Frühjahr ging eine große Solaranlage am Flughafen ans Netz, ihre Maximalleistung beträgt 500 Kilowattpeak. Dabei soll es aber nicht bleiben. „Wir wollen unser aktuelles Volumen verzehnfachen“, sagte Poralla. 45 Hektar Fläche gibt es rund um das Flughafengelände, die dafür prinzipiell genutzt werden könnten. Zehn Millionen Euro sollen investiert werden. 38 von 48 Parkpositionen wurden auf Bodenstromversorgung umgestellt. „Wenn ein Flugzeug auf einer dieser Positionen ankommt, wird es sofort mit grünem Strom versorgt“, erklärte der Geschäftsführer. Der Airport habe eine erstklassige ÖPNV-Verbindung.
Wie soll es weitergehen? Der Airport soll in den kommenden Jahren abschnittsweise energetisch saniert werden. Jedes Gebäude, das älter als zehn Jahre ist, müsse dafür angepackt werden, betont Poralla. Mehr als zwei Milliarden Euro wolle das Unternehmen investieren, um den Airport nachhaltig, zukunftsfähig und leistungsfähig zu machen.
Das Unternehmen will den Fluggesellschaften Anreize bieten, um nachhaltig produziertes Kerosin und elektrische Flugzeuge einzusetzen, beispielsweise den Erlass der Start- und Landegebühren. „Die Kurzstrecke soll künftig batterieelektrisch fliegen, die Mittelstrecke mit grünem Wasserstoff, die Langstrecke mit nachhaltigem Flugbenzin“, führte Ulrich Heppe seine Vision dazu aus. Und Fluggäste sollen dafür sensibilisiert werden, nur dann zu fliegen, wenn es nötig ist.