Flughafenchef Walter Schoefer und Verkehrsminister Winfried Hermann (von links) zeigen den neuen Stromstecker für die Flugzeuge. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Mit Elektrobussen auf dem Vorfeld und Parkplätze für E-Autos vor der Tür hat der Flughafen Stuttgart erste Schritte in Richtung Klimaschutz unternommen.

Stuttgart - Der Stuttgarter Flughafen ist seinen selbst gesteckten Klimazielen ein Stück nähergekommen. Flugzeuge, die auf dem Vorfeld parken, werden von nun an direkt aus dem Starkstromnetz des Flughafens versorgt. Zuvor waren mobile dieselbetriebene Generatoren nötig, um die Stromversorgung der Flugzeuge am Boden zu gewährleisten. In einem symbolischen Akt schlossen Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und Walter Schoefer, Geschäftsführer der Flughafen Stuttgart GmbH, am Montag das Starkstrom-Kabel an ein kleines Passagierflugzeug an. Pro Jahr spart der Flughafen auf diese Weise 125 000 Liter Diesel ein.

An sieben Positionen kann Strom getankt werden

Die neue Anlage ist nicht nur klimaschonend, sondern erzeugt auch weniger Lärm als die Generatoren. Bislang können sieben Außenpositionen auf diese Weise Strom tanken, weitere sieben folgen demnächst. Insgesamt kostet das Projekt 3,5 Millionen Euro. „Wir schreiten in Sachen Klimaschutz konsequent voran und tun das, was in unserer Verantwortung liegt“, sagte Walter Schoefer. Die im Abfertigungsbetrieb entstehenden CO2-Emissionen werde man plangemäß bis 2020 um 80 Prozent gegenüber dem Jahr 2009 reduzieren, so Schoefer. Verkehrsminister Winfried Hermann lobte die Anstrengungen des Flughafens.

„Wir nehmen den Klimaschutz ernst“, sagte er. Den Flugverkehr am Himmel könne man nicht sauber machen, dafür sei man nicht zuständig. In der Abfertigung am Boden habe der Flughafen bereits Vorbildcharakter, so Hermann. Er verwies auf die Elektro-Busse, die Passagiere vom Terminal zu den Maschinen bringen, sowie die Einrichtung von Parkplätzen für Elektro-Autos in den Parkhäusern ringsum. Gleichzeitig betonte Hermann die Bedeutung des Flughafens für Wirtschaft und Tourismus. „Ich bin nicht wie manch anderer der Meinung, dass Fliegen so schädlich ist, dass man es ganz verbieten muss“, so der Minister.

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