3,10 Meter hoch, 13,90 Meter lang: Von November an sind sieben neue Elektrobusse auf dem Vorfeld des Flughafens unterwegs Foto: Jan Reich

Wenn schon die Düsenjets mit Kerosin durch die Lüfte donnern, dann soll wenigstens der Transport der Fahrgäste zum Flieger schadstofffrei erfolgen. Getreu dieser Devise sind demnächst auf dem Flughafen Stuttgart sieben Passagierbusse mit Elektroantrieb im Einsatz.

Stuttgart - Diverse Tests hat das Elektro-Fahrzeug erfolgreich bestanden, am Dienstagnachmittag stellten Flughafen-Geschäftsführer Georg Fundel und Landes-Verkehrsminister Winfried Hermann den Vorfeldbus der Öffentlichkeit vor. Von November an ersetzen dieser und sechs weitere Fahrzeuge des Fabrikats eCobus 3000 die bisherigen Diesel-Busse. In den kommenden Jahren sollen dann auch noch die restlichen neun Diesel-Vehikel ausgetauscht werden.

Legt man die aktuell 10,6 Millionen Passagier jährlich zugrunde, dann werden also demnächst rund fünf Millionen Fluggäste im Jahr am Stuttgarter Airport klimaneutral zum Fliegergebracht oder von dort abgeholt. Die von Cobus Industries, dem weltweit führenden Hersteller für Vorfeldbusse, fabrizierten Gefährte kommen im beladenen Zustand auf ein Gewicht von 20 Tonnen. Platz finden in den 3,10 Meter hohen und knapp 14 Meter langen neuen Bussen genau 112 Passagiere, die mit maximal 40 km/h zum Flugzeug kutschiert werden. Spätestens wenn der Bus dann auf dem Vorfeld 85 Kilometer zurückgelegt hat, ist die Fahrt zur Elektortankstelle nötig, um die Zellen wieder aufzuladen.

Sehr zufrieden mit der Umrüstung zeigte sich der baden-württembergische Verkehrsminister, der zwar ein bekennender Fahrrad-Fan ist, sich qua Amt als Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen Stuttgart GmbH aber auch um den Transport in der Luft zu kümmern hat. „Heute ist ein schöner Tag“, bilanzierte Hermann an einem der Abfertigungsschalter durchs Mikrofon – und betätigte dabei ganz im Stil einer Flugbegleiterin den Gong, um seine Gäste auf die Durchsage aufmerksam zu machen. „Mit dieser Entscheidung ist der Landesflughafen beim Thema Nachhaltigkeit in Deutschland und Europa als Fairport weiter Vorreiter.“

Das Vorfeld ist für diese Busse ideal geeignet

Die Busse auf dem Vorfeld sind nach Hermanns Einschätzung geradezu ideal für einen Elektroantrieb geeignet – sind sie dort doch mit gedrosseltem Tempo und nur auf den kurzen Strecken zum Flugzeug unterwegs, und nachts können sie – wenn die Jets am Boden bleiben müssen – zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens erneut aufgeladen werden. Im Vergleich zum Dieselantrieb der bisherigen Busse spare jedes neue Fahrzeug mehr als 22 Tonnen CO2 pro Jahr ein; der Energieverbrauch pro Passagier reduziere sich um rund 80 Prozent. Die neue Zubringerflotte sorge für eine positive Umweltbilanz am Flughafen. Hermanns Credo: „Baden-Württemberg soll zur Pionierregion für nachhaltige Mobilität werden.“

Flughafenchef Fundel erklärte am Dienstag: „Wir wollen langfristig und dauerhaft einer der leistungsstärksten und nachhaltigsten Flughäfen Europas werden.“ Elektroantriebe eignen sich nach seiner Auskunft hervorragend für die Flugzeugabfertigung, weil die Länge der Fahrstrecken überschaubar sei. „Nachdem wir intensiv getestet haben, machen wir jetzt ernst“, erklärte Fundel und ergänzte: „Wo immer Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit und Betriebssicherheit ineinandergreifen, setzen wir künftig auf Elektromobilität.“

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