Wegen der Corona-Pandemie starten derzeit weniger Flugzeuge als sonst vom Stuttgarter Airport – mit Auswirkungen auch auf den Shuttle-Service. Foto: Lichtgut/Ferdinando Iannone

Weniger Fahrgäste und erhöhte Auflagen: Den Shuttle-Services rund um den Stuttgarter Flughafen macht die Corona-Krise zu schaffen. Normalität ist auch seit der Aufhebung des Shutdowns noch nicht wieder eingekehrt.

Plieningen - Für die Reisebranche ist der diesjährige Sommer kein normaler: In Corona-Zeiten verbringen viele ihren Urlaub innerhalb Deutschlands oder bleiben ganz zu Hause. Den damit verbundenen Rückgang der Fluggast-Zahlen spüren auch die Shuttle-Services rund um den Stuttgarter Flughafen, die überwachte Parkplätze und einen Transfer zum Terminal anbieten.

„Zwischen März und Juni hatten wir drei Monate lang überhaupt keine Kunden, die Beförderungszahlen sind auf null eingebrochen“, sagt Christian Wagner, Geschäftsführer des Airport Park- und Shuttleservice Plieningen. Entlassen habe er keinen seiner sechs Mitarbeiter, die teilweise fest angestellt seien und teilweise als Mini-Jobber für ihn fahren würden. „Wir mussten aber natürlich alle in Kurzarbeit schicken“, berichtet Wagner.

Nach der Aufhebung der weltweiten Reisewarnung seien die Fahrgast-Zahlen wieder angestiegen – aber längst nicht auf das übliche Niveau während der Sommer-Monate. „Derzeit haben wir rund 80 Kunden pro Woche, vor einem Jahr zur gleichen Zeit waren es durchschnittlich 130“, sagt Wagner. Der verlorene Umsatz sei auch nicht mehr reinzuholen: „Die Leute gehen ja nach dem Ende der Corona-Krise nicht doppelt so oft in den Urlaub. Das fällt dieses Jahr dann einfach aus.“

Die meisten fliegen nach Mallorca

Vor allem Reisen in die Türkei würden kaum noch stattfinden, weiß er zu berichten. „Das war sonst immer eines der Hauptziele. Derzeit beschränkt es sich aber größtenteils auf Verwandtschaftsbesuche, Urlaubsreisen finden kaum noch statt“, sagt Wagner, dessen Fahrgäste nach eigenen Angaben zu über 50 Prozent nach Mallorca fliegen. „Die Insel hat einen etwas negativen Ruf als Partyzone“, sagt Wagner. Allerdings gebe es dort weit mehr als den Ballermann: „Wir transportieren viele Urlauber, die dort zum Wandern hingehen und uns von leeren Stränden berichten.“

Dennoch plädiert Wagner dafür, lieber mehr Vorsicht walten zu lassen und mit den Lockerungen nicht zu schnell vorzupreschen. Denn eine zweite Welle und ein damit unter Umständen verbundener erneuter Shutdown wie im Frühjahr dieses Jahres würden ihn schwer treffen: „Den würden wir wohl nicht noch einmal ohne Entlassungen durchhalten als Unternehmen“, sagt er.

Nur noch eine Familie pro Neunsitzer

Auch Wagner will mit seinem Team einen Beitrag dazu leisten, dass es nicht so weit kommt. Derzeit finde die Beförderung der Reisenden unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen zum Infektionsschutz statt. Verbindlich vorgegeben sei ein Mundschutz sowohl für den Fahrer als auch für die Gäste. „Wir machen aber noch mehr“, sagt Wagner.

So befördere man nur noch eine Familie pro Fahrt zum Flughafen und zurück, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Dadurch sei der Neunsitzer zwar nie voll ausgelastet und auch die Wartezeiten entsprechend höher. „Aber das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand, dass das gerade einfach nötig ist“, sagt Wagner, der auf eine Rückkehr zur Normalität im Jahr 2021 hofft.

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