Wer entlang der Flugschneisen wohnt, leidet oft unter Lärm. Foto: dpa-Zentralbild

Klaus Peter Siefer hat keinen leichten Job. Er ist der Lärmschutzbeauftragte des Stuttgarter Flughafens, bei ihm kommen sämtliche Klagen der Bürger an. Wie geht er damit um? Wir haben ihn gefragt.

Herr Siefer, wie wurden Sie Lärmschutzbeauftragter am Flughafen in Stuttgart?

Ich wurde auf eine Anzeige des Regierungspräsidiums Stuttgart in der Zeitung und im Internet aufmerksam. Zuvor war ich nebenberuflich Fluglehrer am Flughafen. Als ich dies aufgab, wollte ich aber weiterhin im Bereich der Luftfahrt tätig sein. Über 30 Jahre lang bin ich selbst geflogen, da erschien mir dieser Job sehr passend, denn ich bringe ein umfangreiches Fachwissen mit.

Was ist Ihr Job?

Ich bin in Vollzeit beim Regierungspräsidium Stuttgart angestellt. Ich arbeite jedoch die meiste Zeit in einer Außenstelle am Flughafen. Das ist von Vorteil, denn viele meiner Ansprechpartner wie die Flugsicherung oder die Airlines kann ich dann vor Ort erreichen. Meine Hauptaufgabe ist es, Mittel und Wege zu finden, vermeidbaren Lärm – ausgehend vom Flughafen – zu verringern oder ganz zu eliminieren. Meine Arbeit finde ich sehr spannend und interessant.

Beschweren sich viele, und wie gehen Sie mit der negativen Resonanz um?

Ich arbeite schon zwölf Jahre in diesem Beruf, die Anfangsjahre waren durchaus eine Herausforderung. Damals plante der Flughafen die zweite Start- und Landebahn – da war der Unmut der Bürger ohnehin schon größer, und diesen haben sie teilweise bei mir abgeladen. Mit den Jahren wurden die Beschwerden aber weniger. Oftmals erhalte ich Beschwerden über Lärm von Militärflugzeugen, unsere Zuständigkeiten sind aber im zivilen Luftverkehr. Wenn Fragen aufkommen, welche ich mangels Zuständigkeit nicht beantworten kann, sage ich das unmissverständlich. Zum Beispiel sind wir nicht verantwortlich für die Flugstrecken, sondern die Flugsicherung.

Haben Beschwerden eine Saison?

Im Januar, Februar und März kommen meist weniger Beschwerden bei uns an. Im Winter sind die Fenster öfter geschlossen, und die Bürger werden weniger vom Lärm der Flugzeuge gestört. Im Sommer sind sie öfter draußen und bekommen mehr mit.

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