Der kleine Salim aus Syrien steht in einem Flur. Das Martinus-Haus in Stuttgart wurde am Samstag kurzfristig von der Stadt bereit gestellt. Foto: dpa

Die Stadtverwaltung der Landeshauptstadt will Platz für 2148 zusätzliche Flüchtlinge schaffen. An insgesamt neun Standorten im gesamten Stadtgebiet sollen Systembauten entstehen, aber auch Container aufgestellt werden.

Stuttgart - Die werden schneller geliefert und können einfacher an andere Standorte versetzt werden. „Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation, die wir bewältigen müssen“, sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) am Mittwochmittag.

Finanzbürgermeister Michael Föll (CDU) betonte, man verfüge nach der neuen Tranche über keine Flächen für Systembauten mehr und müsse im Extremfall über die Belegung von Turnhallen nachdenken. Die Containerstandorte im Überblick: Degerloch, Georgiiweg im Sportgebiet Waldau, 306 Plätze auf einem Sportplatz, der für den Bau einer neuen ballsporthalle vorgesehen ist.

Deren Bau verschiebt sich dadurch Stuttgart-Nord, ehemaliger Messeparkplatz Rote Wand gegenüber des neuen Stadtteilzentrums, 294 Plätze Stuttgart-Sillenbuch, Gebiet Untere Hasenwedel neben dem Parkplatz des Geschwister-Scholl-Gymnaisums, 108 Plätze Neue Standorte für Systembauten: Birkach, unbebaute Fläche bei der Grundschule in der Grüninger Straße, 156 Plätze Feuerbach, Gewerbegrundstück beim TüV in der Krailenshaldenstraße, 321 Plätze Fasanenhof, ehemaliges Schulgelände im Ehrlichweg, 321 Plätze Münster, ehemaliger Sportplatz in der Burgholzstraße, 321 Plätze Obertürkheim, derzeitiger zentraler Omnibusbahnhof, 243 Plätze Stuttgart-Ost, Klingenbach, 78 Plätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Kurzfristig muss Stadt weitere Plätze schaffen

Darüber hinaus muss die Stadt aber kurzfristig weitere Plätze schaffen, um den derzeitigen Bedarf zu decken. Zurzeit werden ihr vom Land jeden Monat 600 Flüchtlinge zugewiesen. Deshalb sollen vorübergehend insgesamt 650 Menschen in folgenden leerstehenden Schulgebäuden unterkommen: Firedensschule Stuttgart-West; ehemalige Hedwig-Dohm-Schule Stuttgart-West; Fasanenhofschule im Fasananhof; Gorch-Fock-Schule Sillenbuch.

Außerdem sollen bis Frühjahr acht Waldheime interimsweise genutzt werden. Vier davon stehen bereits fest, die Stadt nennt sie aber noch nicht, weil die Kirchengemeinden noch abschließend entscheiden müssen. Selbst mit diesen Notquartieren fehlen laut Föll allein bis Jahresende aber immer noch 150 Plätze.

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