Die Gemeinde rechnet damit, dass nach der Sommerpause vor allem Menschen aus arabischsprachigen Regionen und Afghanistan das Gebäude an der Kiesstraße beziehen werden.
Zurzeit ist die Situation entspannt. Es kamen in diesem Jahr bislang weniger Menschen nach Deutschland als vermutet. „Das kann sich aber schnell ändern“, weiß Altbachs Bürgermeister Martin Funk. Derzeit erhält die Gemeinschaftswohnanlage für Geflüchtete an der Kiesstraße den letzten Schliff, bevor wahrscheinlich im September die ersten Bewohner einziehen. Bei einer Vollbelegung könnten bis zu 32 Menschen dort wohnen. Und sollten weitere Plätze benötigt werden, könnte die Anlage um eine Etage aufgestockt werden. Aufgeteilt ist die Wohnanlage in Modulbauweise in vier Häuser. Jedes Haus verfügt über acht Betten. Je zwei Betten stehen in einem rund neun Quadratmeter großen Raum. Pro Haus gibt es ein Bad mit Toilette, eine weitere Toilette, einen kleinen Waschraum mit Waschmaschine sowie eine Küche. Die Ausstattung ist spartanisch. Nichtsdestotrotz belaufen sich die Kosten für die Wohnanlage auf mehr als eine Million Euro. Die Endabrechnung liege aber noch nicht vor, sagt Funk.
Leben in Gemeinschaft bietet Vorteile
Die Gemeinde erwartet, dass zunächst vor allem Menschen aus arabischsprachigen Regionen und Afghanistan einziehen. Betreut werden sie seitens der Gemeinde vom Ordnungsamtsmitarbeiter Achim Krämer. Einmal pro Woche gebe es außerdem einen Beratungstag der AWO im Rathaus, erklärt er. Die Gemeinde müsse im laufenden Jahr 26 Geflüchtete aus der Ukraine und 26 Geflüchtete aus weiteren Ländern aufnehmen, sagt Krämer. Rund 40 Ukrainer und etwa 60 Geflüchtete aus anderen Ländern lebten derzeit bereits in Altbach. Ob das angesetzte Kontingent im laufenden Jahr noch kommt, bleibe aber abzuwarten. Die neuen Unterkünfte würden nach und nach bezogen. Dass viele Betten über einen längeren Zeitraum leerbleiben, das glaubt Krämer nicht. „Ich nehme an, dass wir noch in diesem Jahr alles belegen“, meint er.
Dass die Gemeinschaftsunterkunft per se schlechter als eine gewöhnliche Wohnung ist, das findet der Rathausmitarbeiter nicht. Viele Geflüchtete seien es aus ihren Heimatländern nicht gewohnt, alleine zu leben. „Das klappt dann nicht“, berichtet Krämer von seinen bisherigen Erfahrungen. Manchen Geflüchteten könne die Gemeinschaft mit Menschen aus demselben Kulturraum, die dieselbe Sprache sprechen, erst einmal Halt in der Fremde geben. Wichtig ist es dem Bürgermeister Funk, dass die Menschen, die auf so engem Raum leben müssten, miteinander auskommen. Das gelinge erfahrungsgemäß besser, wenn die Personen demselben Kulturraum entstammten. Hinzu komme, dass die Gemeinschaftsunterkunft der Gemeindeverwaltung die Arbeit erleichtere. „Wir sind nicht eingerichtet auf eine Immobilienverwaltung“, sagt Krämer. Viele Menschen bräuchten regelmäßig Hilfe im Alltag. In der Sammelunterkunft könne diese Hilfe effektiver erfolgen.
Die Unterkunft ist günstig gelegen
Erfahrungen mit Gemeinschaftsunterkünften gibt es in Altbach bereits. Wenige Meter neben der neuen Unterkunft gibt es bereits ein Haus mit vielen Geflüchteten. Das Gebäude wurde zunächst vom Landkreis für die Erstaufnahme gemietet. Als sich die Situation im Jahr 2019 entspannte, hat die Gemeinde den Mietvertrag für die Anschlussunterbringung fortgeführt. Die Lage bietet einige Vorteile. Es gibt Lebensmittelgeschäfte und einen Drogeriemarkt in wenigen Metern Entfernung. Auch der S-Bahnhof ist fußläufig erreichbar.
In den kommenden Wochen wird nun der Außenbereich gestaltet. „Es wird noch ansehnlicher“, verspricht Funk. Nach einer langen Planungsphase wurde im Dezember vergangenen Jahres mit den Bauarbeiten begonnen.