Bei den Ausschreitungen an der serbisch-ungarischen Grenze sind am Mittwoch zwei Menschen schwer verletzt worden. Foto: MTI

Bei Tumulten an der serbisch-ungarischen Grenze sind am Mittwoch zwei Flüchtlinge schwer verletzt worden. Sie werden in einem serbischen Krankenhaus behandelt.

Horgos - Bei den Zusammenstößen mit Flüchtlingen an der serbischen Grenze haben ungarische Sicherheitskräfte 29 Menschen festgenommen. Darunter sei auch ein den Behörden bekannter „Terrorist“, sagt Gyorgy Bakondi, ein Sicherheitsberater von Ministerpräsident Viktor Orban im staatlichen Fernsehen am Mittwochabend. Der Name des Mannes sei in der Datenbank der Sicherheitsdienste, ergänzte ein Regierungssprecher.

Serbiens Ministerpräisent Aleksandar Vucic warf dem Nachbarland ein „brutales“ und „nicht-europäisches“ Vorgehen gegen die Flüchtlinge an der gemeinsamen Grenze vor. Er forderte die Europäische Union (EU) auf, darauf zu reagieren. „Sollte die EU keine Antwort geben, werden wir einen Weg finden, unsere Grenzen und auch die europäischen Werte zu beschützen“, drohte Vucic.

Zwei Schwerverletzte

Bei den Ausschreitungen an der serbisch-ungarischen Grenze sind am Mittwoch zwei Menschen schwer verletzt worden. 200 bis 300 weitere Flüchtlinge hätten sich medizinisch behandeln lassen, nachdem die ungarische Polizei am Mittwoch Tränengas und Wasserwerfer gegen sie eingesetzt hatte, berichteten serbische Ärzte. Die meisten hätten Schnitte, Verbrennungen oder Augenprobleme erlitten, sagte Margit Pajor vom medizinischen Zentrum in Kanjiza. Die beiden Schwerverletzten wurden in ein Hospital gebracht.

Die ungarische Polizei hatte Tränengas und Wasserwerfer gegen Flüchtlinge eingesetzt, die vom Grenzort Horgos auf der serbischen Seite aus den vier Meter hohen Grenzzaun zu Ungarn überwinden wollten. Die Menschen sollen unter anderem Plastikflaschen auf Polizisten geworfen und die Öffnung der Grenze verlangt haben.

Ungarn hat die Grenze am Dienstag geschlossen, um sich vor dem Flüchtlingsstrom zu schützen. Illegaler Grenzübertritt wird gemäß neuen Gesetzen nun bestraft. In dem nahe Horgos gelegenen Kanjiza wurden die Flüchtlinge nach dem Vorfall versorgt. Andere Migranten suchten angesichts der geschlossenen Grenze nach neuen Routen Richtung Westeuropa, fast 900 kamen dabei bis zum frühen Mittwochabend im EU-Land Kroatien an.

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