Mit dem Flugzeug geht es für die abgelehnten Asylbewerber zurück Foto: dpa

Das baden-württembergische Innenministerium hat von Anfang Januar bis Ende März 740 Menschen abgeschoben – dank beschleunigter Verfahren in den Landeserstaufnahmestellen.

Stuttgart - Das baden-württembergische Innenministerium schiebt in Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe immer mehr abgelehnte Asylbewerber ab. Das geht aus Zahlen hervor, die das ­Ressort unserer Zeitung mitteilte.

Demnach wurden bis zum 30. März dieses Jahres 740 Menschen aus dem Südwesten in ihre Heimatländer zurückgeführt. Ende Februar waren es noch 426 Abschiebungen gewesen.

Schnellere Verfahren in den Landeserstaufnahmestellen

Der deutliche Anstieg im März ­liege vor allem daran, dass man die Verfahren in den Landeserstaufnahmestellen beschleunigt habe, heißt es aus Ministeriumskreisen. Auch dass mehrere Balkanstaaten mittlerweile sogenannte Laissez-passer-Papiere – eine Art Ersatz-Reisedokument – für ausreisepflichtige Menschen akzeptierten, erleichtere die Abschiebungen.

Neben den Abschiebungen verweist das Innenressort auf die gestiegenen Zahlen der Teilnehmer an Rückkehrprogrammen. Wie ein Ministeriumssprecher unserer Zeitung sagte, habe es allein im Januar und Februar dieses Jahres „mehr als 1000 freiwillige Rückreisen“ gegeben, die das Land finanziell gefördert habe.

Innenminister Gall (SPD) eröffnet neues Abschiebegefängnis

Ginge es in den nächsten Monaten so weiter wie im ersten Quartal, wären am Ende dieses Jahres knapp 3000 Menschen aus ­Baden-Württemberg abgeschoben und etwa 13 000 Personen freiwillig in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 schickte das Land 2449 abgelehnte Asylbewerber zurück in ihre Heimatländer und unterstützte 6309 Personen bei der freiwilligen Rückreise.

An diesem Freitag eröffnet Innenminister Reinhold Gall (SPD) ein neues Abschiebe­gefängnis in Pforzheim. Von nächster Woche an sollen dort alle Abschiebehäftlinge aus dem Südwesten untergebracht werden. ­Derzeit sitzen noch neun Kandidaten aus Baden-Württemberg für eine Zwangsrückkehr im Abschiebeknast im rheinland-pfälzischen Ingelheim ein.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: