Qualm über Irans Hauptstadt: Teheran steht unter Beschuss. Foto: IMAGO/Anadolu Agency

Drei Millionen Menschen wurden durch die Angriffe vertrieben. Die Verhältnisse unterscheiden sich aber markant von 2015, kommentiert Armin Käfer.

Der amerikanische Generalissimus Donald Trump bleibt von den Folgen seiner Kriegspolitik im Nahen Osten nicht komplett verschont. Wenn Öltanker versenkt werden, der Nachschub für Rohstoffe durch die Straße von Hormus bedroht ist, müssen auch amerikanische Unternehmen und Verbraucher die Zeche bezahlen. Für Flüchtlinge aus dem Iran sind die USA aber nicht die erste Adresse. Sie werden eher in Europa Schutz suchen.

 

Die Lage erinnert fatal an 2015: In Europas Hinterhof tobt ein Konflikt, der Menschen in die Flucht treibt. Damals war das der Bürgerkrieg in Syrien, heute sind es die Angriffe auf den Iran. Seitdem kamen eine Million Syrer allein nach Deutschland.

Die Umstände unterscheiden sich

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber: Die Verhältnisse unterscheiden sich sehr. Viele Iraner hoffen auf einen Regimewechsel in Teheran – ein Motiv, der Heimat erst einmal nicht den Rücken zu kehren, sondern auszuharren, um einen Neuanfang mitgestalten zu können. Zudem sind die Fluchtwege aus dem Nahen Osten nach Europa weitgehend versperrt – von der Türkei bis zur Balkanroute. In Deutschland lebt die größte iranische Community Europas. Die meisten, die ihr angehören, sind gut ausgebildet und integriert. Fast die Hälfte hat einen Hochschulabschluss, knapp zwei Drittel arbeiten – markante Unterschiede zu vielen Migranten, die nach 2015 kamen. Insofern gibt es Gründe, die Risiken nicht aus dem Blick zu verlieren – aber keine für Panikmache.