Das Reise-Duo hat sichtlich Spaß am Entdecken besonderer Namen. Foto: Ladenburger

Der Journalist Florian Ladenburger hat Orte in Deutschland bereist, die wie Länder heißen. Die skurrilsten Funde stellt er bald bei einer Veranstaltung vor.

Eine Weltreise durch Deutschland? Geht das? Es geht, wie der Journalist Florian Ladenburger beweist. Er hat Ortschaften entdeckt, die wie Länder oder sagenumwobene Städte heißen, und sie besucht. Amerika, Kanada, Sibirien, Grönland, Norwegen, aber auch Waterloo oder Troja – sie alle liegen irgendwo in Deutschland. Am Mittwoch, 15. April, um 19 Uhr berichtet der 35-Jährige in der VHS Böblingen von seiner besonderen Reise.

 

Auf die Idee kam Florian Ladenburger zur Corona-Zeit. „Weil Auftritte bei meinem Musikverein unmöglich waren, haben wir Hausmusik gemacht und Weihnachtslieder aufgenommen“, erzählt er. Für eine Bildershow zu „Stern über Bethlehem“ wollte er das originale Ortsschild von Bethlehem auftreiben. „Bei Google wurde mir nur das Ortsschild von Bethlehem im Ostallgäu angezeigt.“

Was es nicht alles gibt Foto: Ladenburger

Zwei Wochen reist Florian Ladenburger quer durch Deutschland

Das fand Ladenburger so kurios, dass er weiter recherchierte und schnell mehr als 40 Orte mit derartigen Namen fand. Und bald wollten der Journalist und seine Partnerin diese Dörfer auch live erleben. Was auch einen gewissen beruflichen Hintergrund hat, denn seit fast fünf Jahren ist Ladenburger beim Auto Club Europa (ACE) unter anderem als Reiseredakteur angestellt.

Nach drei Tagesausflügen zum Ausprobieren folgte 2021 die Hauptreise. Zu zweit ging es zwei Wochen kreuz und quer durch Deutschland – von Stuttgart durch Bayern Richtung Brandenburg, an die Ostsee, rüber zur Nordsee und gerade wieder runter. „Und immer wieder besuchen wir neue Orte“, berichtet der Journalist, der bei der Böblinger Kreiszeitung vor einigen Jahren sein Volontariat absolviert hat. „2024 waren wir in Österreich und 2025 in den Niederlanden.“

Malta liegt in Österreich

Das reiselustige Paar kommt dabei nicht nur ordentlich herum, es macht auch immer wieder überraschende Entdeckungen: „In Österreich haben wir Malta angeschaut und mussten feststellen, dass das dazugehörige Malta-Tal wunderschön ist und einen eigenen Besuch wert ist“, erzählt Florian Ladenburger begeistert, „tolle Wasserfälle und eine wunderschöne Natur!“

Außerdem seien die Geschichten rund herum spannend. „Warum heißen die Orte so? Warum hat Kanada zwei Ortsschilder? Man steigt in die Geschichte ein“, ist Ladenburger begeistert. Zum Beispiel gebe es einen Ort namens „Bodensee“. Der Name stamme von einem Adelsgeschlecht, das ursprünglich Bodenhusen hieß. Über viele Jahre habe sich das zur heutigen Ortsbezeichnung entwickelt. „Der See Bodensee wiederum hat eine komplett andere Herleitung, aber am Ende klingen beide gleich“, sagt der 35-Jährige, der in Kernen im Remstal wohnt. „So etwas finde ich spannend.“

Warum Kanada zwei Ortsschilder hat

Die vielen Erkundungsbesuche hat Florian Ladenburger in seinem Vortrag „Eine Weltreise in Deutschland“ zusammengefasst. Auf eine humorige Art und Weise nimmt er die Zuhörerschaft mit auf diese skurrile Fahrt durch die Republik. „Manche der Orte sind winzige Weiler mit nur wenigen Häusern, andere richtige Dörfer oder Ortsteile“, beschreibt der Journalist, „das war jedenfalls die bisher kurioseste Reise, die wir je unternommen haben.“

Und es gibt viel zu erzählen. Zum Beispiel wurde aus einem Armenviertel, dem Bettlerheim, eben jenes Bethlehem im Allgäu. Und der Journalist wird auch berichten, warum Kanada gleich zwei Ortsschilder hat.

Übrigens ist Florian Ladenburger – welche Überraschung – in diesen Tagen wieder auf einer größeren Reise, und zwar in Irland. Wahrscheinlich gibt es auch dort Ortschaften mit speziellen Namen.

Der Vortrag findet am Mittwoch, 15. April um 19 Uhr in der VHS, Pestalozzistraße 4, in Böblingen statt. Der Eintritt kostet 13 Euro, eine Anmeldung unter www.vhs-aktuell.de ist erforderlich (außer für Inhaber der vhs.KulturKarte).