Spiegel, Vasen und viel Tüll: Beim Flohmarkt für Hochzeitsdekorationen gibt es alles, was man für eine Hochzeit benötigt. Das hilft Geld sparen und Umwelt schonen – und kommt an.
Heiraten liegt im Trend. Und wer sich entschließt zur Heirat, der tut dies im sicheren Vertrauen darauf, mit dem entschiedenen Willen und der unbedingten Hoffnung, es das einzige Mal zu tun, im Leben. Eine Heirat allerdings ist kein kleines Ereignis. Paare feiern ihren großen Tag gerne mit Stil und Aufwand. Ist er erst einmal vorbei, bleibt viel zurück.
Nicht nur das Kleid der Braut, der Anzug des Bräutigams, sondern Dekorationen, Ausstattungselemente, eine kistenfüllende Ansammlung an Hochzeitsdingen, die kaum ein Paar um der bloßen Erinnerung halber behalten möchte. Am Samstag fand in Holzgerlingen zum zweiten Mal ein Flohmarkt für Hochzeitsdekorationen statt – eine so sinnvolle wie beliebte Veranstaltung, die in der Region bislang einmalig ist.
Valentine und Patrick Gässler sind seit einigen Jahren in der Hochzeitsbranche tätig, betreiben in Böblingen das Brautatelier „Zaubermomente“ und ein Ladengeschäft für Herrenausstattung. Sie kennen die Szene, kennen Käufer, Paare, die geheiratet haben. „Unser Hochzeitflohmarkt“, sagt Patrick Gässler, „ist ein Bindeglied zwischen den Paaren, die bereits geheiratet haben, und jenen, die es bald tun werden.“
Kerzen, Brautbögen, Trockenblumen – und natürlich Kleider
In kleinerem Umfang finden sich auf dem Flohmarkt auch professionelle Anbieter der Branche – ein Foodtruck, Catering, das auch bei Hochzeiten auftritt, sind mit dabei, und Jan Schaupp, Hochzeits-DJ aus Ludwigsburg, ist da. „Wir wollen damit vor allem einen schönen Rahmen für den Flohmarkt schaffen“, sagt Patrick Gässler. „Für eine vollwertige Messe haben wir hier nicht genügend Platz.“
Der Hochzeitsflohmarkt findet statt in der area710, einer Eventlocation in der Holzgerlinger Gottlieb-Binder-Straße. Dort gibt es mehrere Floors, größere oder kleinere Flächen, auf denen Brautpaare die Pracht ihres schönsten Tages ausstellen können, in vielen Details: Es gibt Brautbögen, es gibt Kerzen, Staffeleien, Tischläufer, Trockenblumen, und natürlich Kleider. Mehr als 25 Brautpaare haben sich eingefunden, die ihre Ausstattung weitergeben möchten. „Es ist ein großes Sammelsurium“, meint der Veranstalter.
Der Trend zum Heiraten ist ungebrochen
Gut 500 Heiratswillige gehen am Samstag zwischen 11 und 14 Uhr über den Markt. Geheiratet wurde immer schon, weiß Patrick Gässler. „Natürlich brachte Corona einen Knick, deshalb gab es dann 2022 und 2023 extrem viele Hochzeiten. Jetzt hat sich das wieder normalisiert, aber der Trend zum Heiraten ist immer noch da. Wir haben eine Generation, der das Ehegelübde wichtig ist. Zwar gibt es auch Paare, die sagen: Bei uns ist das nicht so – aber die Zahlen sind sehr stabil.“ Auffallend im Trend ist zudem das Bemühen um Nachhaltigkeit, zu D.I.Y., zu Do-it-yourself-Elementen – ihm kommt der Hochzeitsflohmarkt sehr entgegen.
„Manche Paare“, verrät Gässler, „suchen einen speziellen Stil für ihre Hochzeit. Aber alle, die hier waren, sind fündig geworden. Einige sind schwer bepackt aus dem Flohmarkt gegangen, und einige Tische waren schnell ganz leer.“ Leer ist nun wieder auch der eine oder andere Keller im Heim eines frischverheirateten Paares.
Hannah und David sind eigens aus Reutlingen angereist, suchten lange nach einem Parkplatz in Holzgerlingen, haben gut eingekauft: Spiegel, Platzkarten, Vasen, Kerzen, Kerzenhalter – und ganz viel Tüll. „Wir haben uns vor vier Wochen verlobt. Eine Freundin hat vom Flohmarkt auf Instagram gelesen und mir davon erzählt. Wir sind sehr zufrieden und ich glaube, wir haben heute viel Geld gespart!“
Der Flohmarkt birgt Schätze – und Ersparnisse
Der Hochzeitsdeko-Flohmarkt birgt auch Schätze, Ersparnisse, für alle jene Paare, denen Ungewöhnliches vorschwebt. Da ist eine Anbieterin aus Stuttgart – namentlich möchte sie nicht genannt werden – die Hochzeitsausstattung in Blautönen anbietet. „Ich habe selbst in diesem Farbschema geheiratet“, sagt sie.
„Damals hatte ich das Problem, dass ich vieles neu kaufen musste, da ich gebraucht in diesen Tönen nur wenig finden konnte.“ Nun ist sie sich sicher, all jenen, die sich für eine Hochzeit in Blau entschieden haben, einen guten Dienst erwiesen zu haben – und auch sich selbst. „Alles bin ich nicht losgeworden“, sagt sie, „aber ich bin zufrieden, ich würde wiederkommen. Gut gefallen hat mir hier auch der Austausch mit den Kunden.“