Bei einem Workshop im Fleischereimuseum Böblingen wird aus Pilzen Papier geschöpft. Dieses kann auf Wunsch sogar gegessen werden.
Das Deutsche Fleischermuseum Böblingen verwandelt sich am Samstag, 24. Januar, in ein Zukunftslabor. Das FKN_LAB für Kunst und Nachhaltigkeit der Freien Kunstakademie Nürtingen lädt im Rahmen der Sonderausstellung „fungi future“ zu einem Workshop ein, der experimentell, genussvoll und überraschend ist: Papier aus Pilzen schöpfen – und auf Wunsch sogar essen.
Reise tief ins Reich des Myzels
Unter der Anleitung entdecken Besucherinnen und Besucher, wie aus Baumpilzen feine Fasern entstehen, die sich zu warm getöntem, beschreibbarem Pilzpapier verarbeiten lassen. Und da Nachhaltigkeit im FKN_LAB gern eine poetische Pointe bekommt, zeigt der Workshop, warum manche dieser Papiere nicht nur kreativ gestaltet, sondern am Ende auch in einer Suppe landen dürfen. Das Angebot richtet sich an alle Generationen – an Soloforschende ebenso wie an neugierige Familien, Kunstfreunde oder Umweltinteressierte.
Der Museumsleiter Christian Baudisch freut sich besonders über die damit verbundene Erweiterung des Ausstellungskonzepts: „Fungi future ist die erste Sonderausstellung im Deutschen Fleischermuseum, bei der es nun sogar schon zum dritten Mal den Rohstoff gibt, aus dem die gezeigten Kunstwerke hergestellt worden sind.“ Mit dem Workshop werde dieser Ansatz, so Baudisch, „nun konsequent bis in die Hände – und Schöpfkellen – des Publikums weitergeführt“.
Das FKN_LAB-Team um Magda Dyck-Malewski, Monika Schaber, Nadja Failenschmidt, Natasha Neibert, Peter Gärtner und Vera Lempertz widmet sich seit Jahren einer drängenden Frage: Wie können künstlerische Materialien so gewonnen werden, dass sie bewusst mit der Landschaft verbunden bleiben, statt sie zu belasten? Die Antwort führt tief ins Reich des Myzels – jenes faszinierenden Geflechts, das Wälder miteinander vernetzt und nun auch als nachhaltiges Basismaterial für Kunst entdeckt wird.