Bürgermeister Michael Föll benötigte vier Schläge, um das Fass anzustechen. Foto: Leonie Hemminger

Die 39. Auflage des Fleckenfestes hat am Wochenende zahlreiche Besucher angelockt.

Zuffenhausen - „Zum 39. Fleckenfescht hält’s koin Zuffahäuser en seim Nescht“, hat der Mundartdichter Helmut Mattern zur offiziellen Eröffnung des Stadtteilfests am Samstag gereimt. Und gemessen an dem Andrang am Eisstand und auf dem Flohmarkt sollte er Recht behalten.

Bei strahlendem Sonnenschein waren aber nicht nur Zuffenhäuser unterwegs. Margret Schnabel und Reimar Kunzmann etwa waren extra aus Stammheim in den Nachbarbezirk gekommen. „Wir kommen gerne nach Zuffenhausen. Hier gibt es in den Geschäften immer was zu finden“, sagte Margret Schnabel. Doch nicht nur der verkaufsoffene Sonntag mit vielen Sonderaktionen entlang der Unterländer Straße hatte sie angelockt, sondern vor allem der Flohmarkt. „Das ist für uns die Hauptattraktion“, meinte die Schnäppchenjägerin.

Lichtsäulen am Kreisverkehr

Gestartet hatte das Fleckenfest bereits am Freitag. Als besonderes Ereignis stand die Einweihung des Kreisels an der Ecke Unterländer/Burgunder Straße auf dem Programm. In den Farben des Zuffenhäuser Wappens blau und grün beleuchtet, wird er von nun an Abend für Abend strahlen. „Mögen die Lichtsäulen die Verkehrsteilnehmer bei ihrer Einfahrt nach Zuffenhausen immer in gute Stimmung versetzen“, sagte der Bezirksvorsteher Gerhard Hanus.

Zu seinem Bedauern konnte er beim diesjährigen Fleckenfest allerdings keine Freunde aus der Partnerstadt La Ferté-sous-Jouarre begrüßen. „Dort findet eine Wahl statt. Deshalb kann leider keine Abordnung hier sein“, erklärte Hanus. Dennoch müsse das Wiedersehen nicht bis zum nächsten Jahr warten, wenn der 40. Geburtstag des Fleckenfests gefeiert wird. Denn bereits im September sei ein Besuch bei den Freunden in Frankreich geplant, kündigte Gerhard Hanus an.

„Bad Zuffenhausen“ abgelehnt

Eine drängende Frage konnte der Bezirksvorsteher am Samstag an den Ersten Bürgermeister der Stadt Stuttgart loswerden. Michael Föll war pünktlich zum Fassanstich nach Zuffenhausen gekommen – für ihn eine leichte Aufgabe, die er mit vier präzisen Schlägen meisterte. Kniffeliger war da die nicht ganz ernst gemeinte Frage des Bezirksvorstehers nach dem Stand der Dinge, was eine mögliche Umbenennung des Stadtbezirks in „Bad Zuffenhausen“ angehen würde. Diese launige Idee war nämlich vor einigen Jahren bei einem Brunnenfest aufgekommen. Mit Blick auf all das fließende Nass hatte Helmut Mattern damals den neuen Namen angeregt.

Dass hierzu noch immer keine Nachricht aus dem Rathaus nach Zuffenhausen übermittelt wurde, war in den Augen Michael Fölls völlig normal. „Drei Jahre Bearbeitungszeit ist für eine ordentliche Verwaltung überhaupt nichts“, sagte er mit einem Augenzwinkern – und hatte die Lacher auf seiner Seite. Zudem habe es etliche Bedenken gegeben, da die drei zusätzlichen Buchstaben erhebliche Mehrkosten bedeuten würden. In zahlreichen Workshops hätten Experten dann festgestellt, dass Zuffenhausen mit seinen multikulturellen Bewohnern und großen Weltkonzernen auch international gut rüberkommen müsse, scherzte Föll. Englisch ausgesprochen würde „Bad Zuffenhausen“ aber so viel wie „schlechtes Zuffenhausen“ bedeuten, daher habe man von der Idee schließlich Abstand genommen. „Zuffenhausen bleibt Zuffenhausen, so wie das Fleckenfest das Fleckenfest bleibt.“

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