Bürgermeister Martin Schairer, Bundestagsabgeordnete Karin Maag und Bezirksvorsteher Gerhard Hanus (v.l.) stoßen an. Foto:  

Wer in diesem Jahr beim Fleckenfest war, der musste echte Steher-Qualitäten beweisen. Bei der Gluthitze waren vor allem kalte Getränke, ein guter Sonnenschutz und ein Platz im Schatten gefragt.

Zuffenhausen - Freibad oder Balkon? Diese Frage hat sich trotz extrem heißer Temperaturen am Wochenende für viele nicht gestellt. Denn auch wenn Wetterexperten davon abgeraten hatten, sich zu lange in der Gluthitze aufzuhalten, waren zahlreiche Menschen am Samstag und Sonntag zum Fleckenfest gekommen.

„Es kann gar nicht zu heiß sein. Bei Regen würden ja auch alle motzen“, sagte Andreas Goihl vom Karnevalsclub Stuttgarter Rössle am Samstagmittag bei der Festeröffnung. Auch Bezirksvorsteher Gerhard Hanus gewann dem Klima etwas Positives ab: „Das Wetter ist bombastisch.“ Eigentlich hätte Erster Bürgermeister Fabian Mayer das Fass anstechen sollen, der war aber verhindert, weshalb Ordnungsbürgermeister Martin Schairer den Schlegel schwang. Und zwar rund ein halbes dutzendmal, was, so Schairer, am „ungeschickten Hahn“ lag. „Die Zuffenhäuser haben ein starkes Heimatgefühl und einen großen Zusammenhalt“, lobte er und fügte an: „Und sie feiern gerne.“

„Bei Wurst, Bier, Weck ond Wei, da lässt sich’s hier gar trefflich sei“

Traditionell durften bei der Eröffnung natürlich weder der Zuffenhäuser Hirt (Dietmar Schneider) noch der Mundartdichter Helmut Mattern fehlen. „Bei Wurst, Bier, Weck ond Wei, da lässt sich’s hier gar trefflich sei“, sagte Mattern und gab damit die Devise für die kommenden zwei Tage aus. Musikalisch umrahmt wurde der Fassanstich vom Musik- und Theaterverein. Dirigent Alexander Schön hatte in weiser Voraussicht rechtzeitig schicke Sonnenhüte für seine Musikanten besorgt.

Kopfbedeckungen waren bei der 45. Auflage der Traditionsveranstaltung ebenso gefragt wie Schirme. Beides gab es am Sonntag auf dem Flohmarkt. Oder eben auch nicht: Manch einer der Verkäufer behielt den Sonnenschutz lieber selber als ihn zu verkaufen – trotz durchaus verlockender Angebote. Wer ohne Hut und Schirm unterwegs war, suchte früher oder später einen Platz im Schatten. Beispielsweise in der Zehntscheuer, wo der Bürgerverein die Gäste bewirtete. „Kaffee läuft schleppend, kühle Getränke und Kuchen gehen sehr gut“, erzählte Helmut Müller vom Bürgerverein. Allerdings waren auch hier die Temperaturen recht hoch: „Kühl ist es hier drin nur, wenn man direkt von draußen aus der Sonne kommt.“

Entdecker-Pässe beim verkaufsoffenen Sonntag

Zum ersten Mal gab es in diesem Jahr beim verkaufsoffenen Sonntag eine „Rallye“. Nicht für Autos, sondern für Fußgänger. Die Werbegemeinschaft „Zuffenhausen Zuhause“ (ZuZu) verteilte Entdecker-Pässe, wer in den teilnehmenden Geschäften Fragen beantwortete, konnte Preise gewinnen. „Wir sind überrascht, dass bei dieser Hitze so viel los ist“, sagte ZuZu-Vorsitzende Andrea Finkel. Nasskalte Erholung für die Füße wurde vor einem Sanitätshaus geboten. Dessen Mitarbeiter hatten den Barfuß-Parcours kurz entschlossen um einen aufblasbaren Pool ergänzt. Und wer seinen Körper von innen abkühlen wollte, der griff zum Eis. So wie Tamara. „Wenn es total heiß ist und man das kalte Eis schnell isst, dann kribbelt das ganz lustig im Magen“, sagte die Sechsjährige und erzählte: „Ins Freibad kann ich immer gehen, das Fleckenfest ist aber nur einmal im Jahr. Und das Eis schmeckt hier viel besser.“

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