Das regnerische Wetter trübt die Bilanz der „Flammenden Sterne“: 10 000 Menschen weniger als im Vorjahr kamen am Wochenende in den Scharnhauser Park. Weil die Wiesenparkplätze zu matschig waren, mussten etliche Besucher stundenlang in ihren Autos warten.
Ein Gewitter kurz vor Beginn des belgischen Feuerwerks am Freitag und drei Tage regnerisches Wetter haben die Bilanz der „Flammenden Sterne“ in Ostfildern verhagelt. Am Sonntag waren 5000 Besucher auf dem Platz, um das Finale mit den griechischen Feuerwerkern von Nanos Fireworks mitzuerleben. Gewonnen haben die Amerikaner. Mit 27 000 Besuchern an drei Tagen liegt die Veranstaltung deutlich unter den Vorjahreszahlen. Damals verzeichnete das Festival 10 000 Besucher mehr. Großen Ärger gab es diesmal wegen der Parkplätze auf den landwirtschaftlichen Flächen, die verschlammt waren. Viele Besucher standen mit den Autos stundenlang Schlange.
„Wirtschaftlich ist das Festival wegen des schlechten Wetters ein Einbruch, aber das lässt sich verschmerzen“, sagt Jürgen Wünsche, der Geschäftsführer der Firma MCE Ideenschmiede, die das Festival zum 19. Mal ausrichtete. Das Event- und Marketingunternehmen ist auch am Seenachtsfest in Konstanz beteiligt, das 2023 mit 30 000 Besuchern bei bestem Wetter ein Erfolg war.
Gesamtkosten von 800 000 Euro
Die Gesamtkosten für das Feuerwerksfestival „Flammende Sterne“ im Scharnhauser Park beziffert Wünsche auf 800 000 Euro. Ein Tagesticket kostet 23 Euro, wer einen Sitzplatz an der Abschussrampe möchte, zahlt 37 Euro. Das Festivalticket für alle drei Tage kostet 53 Euro. Was nach der Endabrechnung übrig bleibt, kann Wünsche noch nicht sagen. Ihm gehe es nicht alleine um den Profit, sagt der Unternehmer. Er schwärmt von der „tollen Festivalatmosphäre“ – besonders am Samstag, als 15 000 Menschen auf dem Platz waren und vor dem Feuerwerk der Amerikaner trotz kühler Temperaturen eine Sommernachtsparty feierten.
Veranstalter zahlt ab 2024 10 000 Euro mehr an die Stadt
Neben der Pacht für das Festivalgelände und für die Infrastruktur zahlt der Veranstalter für den Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes, für die Feuerwehr, für den Sicherheitsdienst auf dem Gelände und für vieles mehr. Im Vorfeld des Festivals hatte der Gemeinderat Ostfildern über die Fortsetzung des Festivals diskutiert und dabei darauf verwiesen, dass die Kosten für die Stadt erheblich höher seien als die Einnahmen. Mit dem Kompromiss, dass der Veranstalter ab 2024 zusätzlich 10 000 Euro mehr zahlen soll, wird der Vertrag bis 2025 verlängert. Was die „Flammenden Sterne“ die Stadt Ostfildern kosten, hat die Verwaltung errechnet und den Stadträten in nichtöffentlicher Sitzung mitgeteilt. „Aus rechtlichen Gründen“ werde man diese Zahlen nicht öffentlich machen, teilte die Pressesprecherin Theresa Osterholzer auf unsere Anfrage mit.
Das Feuerwerk am Samstag fing später an, weil viele Besucher in der Schlange standen, um einen Parkplatz zu finden. Weil die Plätze auf den angemieteten landwirtschaftlichen Flächen wegen des anhaltenden Regens vermatscht waren, musste die Polizei die Fahrer umleiten und Flächen sperren. „Um 19.30 Uhr waren wir in der Schlange zu Parkplatz P2, nachdem wir nach 40 Minuten an der Einfahrt waren, wurde gesagt ‚Platz nicht nutzbar – über Ruit zum P1 fahren’“, schilderte Jens Arnold aus Wolfschlugen seine Erfahrungen. Er sei dann zum P 1 gefahren – eingefahren sei man dort gegen 21.25 Uhr. „Die Autos sind im Schlamm gerutscht, wieder raus aus dem Parkplatz ging auch nicht mehr.“ Sein Auto sei im Schlamm stecken geblieben.
Man habe versucht, die Plätze mit Matten zu sichern, „doch das ging nach Ansicht der Experten nicht“, sagt Veranstalter Wünsche. Dass es nach vier Regentagen Probleme auf den Parkplätzen geben könnte, hätten die Besucher wissen können: „Deshalb finanzieren wir das Kombiticket“, sagt Wünsche. 60 Prozent der Gäste hätten die umweltfreundliche Anfahrt mit Bus und Bahn genutzt.