Bei der Versammlung brachte OB Christoph Traub (stehend, rechts) den Bürgern, die sich zu Wort meldeten, das Mikrofon. Foto: Otto-H. Häusser

Die Filderstädter Verwaltung hat die Bürger über den neuen Flächennutzungsplan informiert. Von Ende April an besteht die Möglichkeit, Kritik und Anregungen dazu kund zu tun. Die Bauern blieben beim Info-Abend seltsamerweise still.

Bernhausen - Wer gedacht hatte, es gäbe den großen Bauernaufstand, sah sich getäuscht. An der Versammlung zur Information über den Flächennutzungsplan (FNP) nahmen am Donnerstag zwar einige Vollerwerbslandwirte teil, sie beteiligten sich aber nicht an der Diskussion. Wie hinterher zu hören war, setzen sie auf die Gespräche ihrer Obmänner mit der Stadtverwaltung und auf die bald beginnende frühzeitige Beteiligung, bei der sie ihre Einwendungen zu Protokoll geben können.

Zu Beginn der Versammlung im Bürgerzentrum Bernhausen stellte Roland Köhler von der Arbeitsgemeinschaft Reschl Stadtentwicklung sowie Pesch und Partner den Plan vor. Er erklärte, dass man davon ausgehe, dass Filderstadt von derzeit 46 000 Einwohner auf 48 500 Einwohner im Jahr 2030 wachsen werde. Vor diesem Hintergrund brauche man Bauland in einer Größe von 60 Hektar. „Davon können, wenn es gut läuft, elf Hektar im Innenbereich bebaut werden“, sagte der Stadplaner. Es sei leider so, dass die meisten Leute die Innenentwicklung nur dann gut fänden, wenn sie nicht in der Nachbarschaft passiere. „Da müssen wir immer wieder dicke Bretter bohren“, sagte Köhler. Für Gewerbe veranschlagte der Stadtplaner einen Bedarf von 60 Hektar. Außerdem brauche man für den Gemeinbedarf (etwa Friedhöfe und Sportplätze) eine Fläche von elf Hektar.

Plan umfasst 138 Hektar

Der FNP-Vorentwurf sehe mehr Flächen vor, als gebraucht würden. Man habe insgesamt 138 Hektar im Außenbereich als Bauland ins Auge gefasst – 18 Hektar mehr als tatsächlich gebraucht würden. Wenn man dann die vorgesehene Dichte von 70 Einwohner je Hektar noch erhöhen könne, würde zusätzliche Fläche gespart.

Ein Zuhörer forderte, dass künftig verstärkt in die Höhe gebaut werden müsse, um den wertvollen Ackerboden zu schützen. Er wollte wissen, wie groß die Belegungsdichte derzeit in Filderstadt ist. Dazu könne man allgemein nichts sagen, erklärte Bürgermeister Reinhard Molt. Im Hochhausgebiet Vogelsang liege sie bei 132 Einwohner je Hektar. An der Dietrich-Bonhoeffer-Straße im Bonländer Norden seien es 70 bis 90 Einwohner pro Hektar.

Zuhörer betonen Bodenqualität

Mehrere Zuhörer verwiesen auf die gute Bodenqualität des potenziellen Baulands. Eine Frau wollte sichergestellt haben, dass auch künftig gesunde Lebensmittel auf den Fildern erzeugt werden können. Sie fragte, was denn die Landwirtschaft zu dem bisher anvisierten Flächenverbrauch von 138 Hektar sage. Die Bauern seien zu Teilen natürlich nicht begeistert, antworte Bürgermeister Molt. Schließlich würden bei Realisierung des Vorentwurfs ein bis zwei Vollerwerbs-Betriebe verloren gehen, behauptete er ohne Widerspruch der anwesenden Landwirte. Ein Zuhörer wollte wissen, ob gewährleistet sei, dass neue Baugebiete nicht anderen Planungen, wie dem Ausbau der B 27 oder einer angedachten Umfahrung von Sielmingen, in die Quere kommen. Dies sei gewährleistet, sagte Oberbürgermeister Christoph Traub.

Auch die Folgen neuer Baugebiete werde man im Auge haben, sicherte Stadtplanungschef Matthias Schneiders zu. Ein Zuhörer wollte nämlich wissen, ob man die Kanalisation an neue Gegebenheiten anpasse. Als Beispiel nannte er die Neubauten auf dem früheren Areal Ochsen in Plattenhardt. „In solchen Fällen muss man dafür sorgen, dass es keinen Rückstau in der Kanalisation gibt“, sagte der Zuhörer.

Die Unterlagen zum Vorentwurf des Flächennutzungsplans können vom 30. April bis zum 1. Juni im Rathaus Plattenhardt und in den Bürgerämtern angeschaut werden. In Plattenhardt besteht auch die Möglichkeit, Fragen zum Plan zu stellen. Dazu sollte man sich unter Telefon 07 11/70 03-6 74 oder -6 44 anmelden. Es gibt auch die Möglichkeit, den Flächennutzungsplan unter www.filderstadt.de/aktuelles herunterzuladen. Stellungnahmen zu den einzelnen Flächen können per E-Mail an Amt61@filderstadt.de geschickt werden

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