Nico Seitter ist 2017 angetreten (mittig mit Brille und schwarzem T-Shirt). Foto: z/Adrian Stehle, asphoto.de

6000 Mitarbeiter von mehr als 450 Firmen treten am Mittwoch, 9. Mai, beim DEE-AOK-Firmenlauf auf der Waldau in Stuttgart-Degerloch an. Der Profiläufer Nico Seitter wurde 2017 Fünfter. Im Interview erklärt der 28-Jährige, wie er das geschafft hat, und gibt Tipps.

Degerloch - Bereits vor einem Monat war die maximale Teilnehmerzahl erreicht: 6000 Mitarbeiter von mehr als 450 Firmen aus Stuttgart und Region treten am Mittwoch, 9. Mai, beim sechs Kilometer langen DEE-AOK-Firmenlauf auf der Waldau an. Nico Seitter, Mitglied des Laufteams Kesselläufer, wurde im vergangenen Jahr Fünfter. Der 28-Jährige erklärt, wie er das geschafft hat, und gibt Tipps.

Herr Seitter, Sie haben im vergangenen Jahr bei rund 25 Wettkämpfen teilgenommen. In diesem Jahr stehen 15 Wettkämpfe an, darunter der Ironman in Nizza. Erst vor wenigen Tagen wurden Sie Erster beim Trail-Marathon der Schönbuch Trophy. Wie schafft man das?
Bereits als Jugendlicher bin ich bei diversen Radrennen angetreten. Im Studium habe ich für etwa zwei Jahre weniger Sport gemacht, da waren andere Dinge – wie feiern gehen – wichtiger. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich beim Treppensteigen in den Dritten Stock außer Atem gerate. Da habe ich wieder mit dem Sport begonnen.
Was ist das für ein Gefühl, bei einem großen Wettkampf als Erster ins Ziel zu kommen?
Ein sehr schönes Gefühl. Es ist eine Bestätigung der Arbeit, die man da macht, also das regelmäßige, umfangreiche Training. Wenn ich bei einem Wettkampf Dritter oder Vierter werde, ist das aber nicht zwingend eine Enttäuschung für mich. Wenn das gemessen am Aufwand, den ich vorher betrieben habe, gerechtfertigt ist, freue ich mich genauso.
Wie viel Sport machen Sie?
Zwischen zehn und 20 Stunden Sport pro Woche. Ich gehe dreimal die Woche laufen, dreimal schwimmen und trainiere die Ausdauerumfänge auf dem Rad. Dazu kommen die vielen Wettkämpfe. Ich trainiere derzeit auf den Ironman am 24. Juni in Nizza.
Wie integrieren Sie den Sport in Ihren Alltag und Ihren 40-Stunden-Job als CAD-Konstrukteur?
Ich lege morgens vor der Arbeit intensive Einheiten ein wie eine Stunde Radfahren oder Schwimmen. Abends mache ich längere Einheiten und gehe joggen. Man muss sich feste Zeiten vornehmen, wie etwa jeden Abend um 18 Uhr Sport zu machen. Irgendwann wird das zur Routine.
Was raten Sie Menschen, die mit dem Joggen beginnen wollen?
Fangt langsam an und nehmt euch nicht zu viel vor. Das ist besser für die Psyche und für den Körper. 30 Minuten joggen ist machbar für Anfänger – und der Körper regeneriert sich schneller. Dann kann man zum Beispiel dreimal die Woche 30 Minuten lang laufen. Das ist effektiver als einmal pro Woche 90 Minuten zu laufen.
Braucht man spezielle Ausrüstung?
Nein, das ist ja gerade das Schöne am Laufen. Man braucht überhaupt nichts. Zieht euch irgendeine bequeme Hose und ein paar alte Turnschuhe an – und los geht es. Selbst ich als Profiläufer habe beispielsweise keine High-Tech-Funktionsuhr, mit der ich jede Bewegung analysiere.
Und wie ist es mit der Ernährung?
Bis vor Kurzem habe ich kaum auf meine Ernährung geachtet. Ich bin sogar mal bei einem Lauf angetreten, bei dem ich am Abend zuvor das ein oder andere Bier zu viel getrunken habe – und wurde trotzdem Erster. Mittlerweile bin ich auf eine vegetarische Ernährung umgestiegen und trinke nahezu keinen Alkohol mehr. Das hängt damit zusammen, dass die Regenerationszeit des Körpers länger ist, wenn man Fleisch isst und Alkohol trinkt. Für Anfängersportler sollte die Ernährung aber noch keine große Rolle spielen.
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