Die Stadt Ebersbach, die in vergangenen Jahren von der Konjunktur profitierte, will sich im kommenden Jahr dem Hochwasserschutz, Schulen, Spiel- und Sportplätze widmen. Außerdem soll der Bourg-lès-Valence-Platz aufgewertet werden.
Die Stadt Ebersbach hatte Glück. In diesem und im vorigen Jahr lief die Konjunktur so gut, dass die Stadt ihre Großprojekte Kinderhaus 2 und die Freibad-Sanierung ohne Kredite stemmen konnte. Wider Erwarten. Die Stadt konnte so Schulden abbauen, seit 2021 von 6,5 auf 5,2 Millionen Euro. So stellte Bürgermeister Eberhard Keller die Situation bei der Einbringung des Haushalts 2025 im Gemeinderat dar.
Das heißt nichts für die nächsten Jahre. Da erwartet Kämmerer Martin Höhn eine Stagnation der Wirtschaft. Immerhin: „Wir hatten den Aufschwung nach Corona, das hilft uns jetzt, die Zukunft ein bisschen in den Griff zu bekommen.“ Die Agenda der nächsten vier Jahre ist ordentlich: 15,2 Millionen im Hochbau, elf Millionen im Tiefbau, 12,1 Millionen für Sonstiges. Zusammen sind das 38 Millionen Euro. Der Schultes sagte dazu: „Die Spielräume werden kleiner, die Aufgaben nicht.“ Es sei ein Haushalt, in dem sich alle Bürgerinnen und Bürger wiederfinden könnten, von Kindern und Jugendlichen über Familien bis zu den Senioren, von der Spielplatzausstattung über iPads, Stadtgestaltung und Hochwasserschutz bis zum Eberbus.
Der Schultes empfiehlt, 1,2 Millionen Euro für den Hochwasserschutz zu setzen, nachdem die Stadt bereits in den letzten drei Jahren über vier Millionen Euro investiert habe. Auch wenn dies in Anbetracht der Schäden im Juni wenig erscheine, war das „ein ungeheurer finanzieller und planerischer Kraftakt“.
Ebersbach blickt in ein Jubiläumsjahr, für das Geld bereitgestellt werden soll: 50 Jahre Stadt, 750 Jahre Roßwälden und 750 Jahre Sulpach werden gefeiert. Fortgeschrieben werde das Stadtentwicklungskonzept nach der „Ebersbach-Formel“: Wohnen auf dem Land, Leben in der Stadt. Das Kinderhaus 2, das sich der Fertigstellung nähert, gehöre vom Standort her in diesen Rahmen. Weiter gehen soll es mit der Wärmeplanung und einer Stadtklimaanalyse. Ein großer Merkposten ist der Hochwasserschutz an der Fils, ohne den eine Bebauung am hinteren Viehmarkt kaum möglich sei.
Spielplätze für Ältere
Dann soll der Bourg-lès-Valence-Platz schöner werden. Keller schlägt 200 000 Euro für neue Gestaltungselemente vor. Das werde sich im Wesentlichen auf die Randbereiche konzentrieren müssen, weil unter dem Platz ein Regenrückhaltebecken liege.
Ein Schwerpunkt liegt auf Parkanlagen. Bei der Aufwertung des Alleenparks, seit Jahren ein Thema, soll nun eine Viertelmillion in die Hand genommen werden. Außerdem wolle man Spielplätze mit Spielgeräten auch für ein breiteres Altersspektrum ergänzen. Erneuert werden solle der Kunstrasenplatz in der Strut – Kostenpunkt 250 000 Euro. Das geplante Gewerbegebiet hinter dem ehemaligen Südradgelände soll mit 200 000 Euro angepackt werden. Das ist eine erste Tranche für Vorarbeiten.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das Raichberg-Schulzentrum. Dort gab es bereits eine neue Brandmeldeanlage und eine Erneuerung der abgehängten Decken und Beleuchtung, was optische Fortschritte brachte. Nächstes Jahr soll die Sanierung voll anlaufen, mit 500 000 Euro für neue Tartan-Sportflächen und weiteres im Außenbereich sowie einer Betonsanierung der Sporthalle für 300 000 Euro. In den nächsten Jahren soll es mit jeweils 300 000 Euro weitergehen.
Ersatz für veraltete Tablets
Die Hardtschule bekommt sogenannte Junior-Klassen für Kinder, die in der Vergangenheit zurückgestellt worden sind. Dadurch werden die Kindergärten perspektivisch entlastet, erklärt Keller. Dafür braucht man Raum, ebenso für den Ausbau der Grundschulbetreuung. 1,1 Millionen Euro sind dafür gesetzt. Ebersbach war früh dran mit der Digitalisierung in der Schule und muss jetzt schon an Ersatz für veraltete Tablets und anderes denken. Vom Land gibt’s kein Geld dafür, was Keller kritisiert.
An den beiden großen Schulen stehe ferner ein Austausch der Heizungen an. Die Vorarbeiten liefen bereits. Das seien weitere Schritte zur Klimaneutralität bis 2040. Nächstes Jahr soll auch ein neuer Eberbus bestellt werden. Leider sei jedoch bisher kein passendes Elektrofahrzeug in Sicht.
Die Kreisumlage kletter immer höher
Bedenken
Die Kreisumlage macht inzwischen 20 Prozent der Ausgaben im Haushalt aus. Das gab Bürgermeister Eberhard Keller zu bedenken. Mit elf Millionen überweise Ebersbach, bildlich gesprochen, jedes Jahr mehr als ein komplettes Kinderhaus 2 an den Kreis.
Initiative
Für Stadtrat Paul Rösch (CDU) ist daher Initiative gefragt: Es müssten mal Kreisräte in ihren Fraktionen zusammenstehen und sagen: Der Kreis könne sich nicht so auf den Kommunen auslassen. Bürgermeister Keller, der Kreisrat ist, sagt dazu: „Wir artikulieren das. Aber die Kreispolitik ist bunter als die Vertreter der Kommunen.“ Bei den Kreisfinanzen schlage das Klinikdefizit durch, und das rühre ganz wesentlich aus dem laufenden Betrieb des Alb-Fils-Klinikums. „Das ist die Hauptherausforderung der Kreisfinanzen.“