Im früheren Hotel Silber sind heute Büros von Landesministerien untergebracht. Foto: Leif-Hendrik Piechowski

Zu weit weg vom Landtag: Am Karlsplatz soll es keine Büros für Landtagsabgeordnete geben.

Stuttgart - Am Karlsplatz wird es keine neuen Büros für Landtagsabgeordnete geben. "Die Arbeitsräume sind zu weit weg vom Parlament", sagte Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) am Dienstag unserer Zeitung.

Bisher planen das Land und das Kaufhaus Breuninger als Ersatz für das heutige Innenministerium einen Büro-, Hotel- und Handelskomplex. Die Büros sollten nach der Vorstellung der früheren CDU-FDP-Koalition komplett vom Land angemietet werden. Auch Büros für die beengt untergebrachten Abgeordneten standen zur Debatte. "Nach dem Neubau des Innenministeriums an der Willy-Brandt-Straße hat das Land keinen zwingenden Grund mehr, die Toplage am Karlsplatz mit Ministerien zu belegen", so Schmid. Die neue Regierung sei daher "nicht festgelegt".

Schmid: "Wir wollen den Neubau"

Da SPD und Grüne das frühere Hotel Silber, in dem im Krieg die Zentrale der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) untergebracht war, erhalten wollen, muss die Wirtschaftlichkeit des bisher auf 150 Millionen Euro veranschlagten Neubaus am Karlsplatz neu berechnet werden. Bereits die alte Regierung hatte auf eine SPD-Anfrage hin vor Jahren eingeräumt, dass die Zusammenlegung von Ministerien hier teurer käme als der Status quo. Das Gelände gehört zum Teil Breuninger, zum Teil der Landesstiftung. "Die Stiftung muss den Verkehrswert für ihre Liegenschaften erzielen", sagt Schmid. Die Landesstiftung würde, da Breuninger eine Gesamtbausumme von 280 Millionen Euro nennt, 130 Millionen erlösen.

Schmid will das Vorhaben mit Breuninger-Chef Willem G. van Agtmael besprechen. Breuninger könne auch direkt von der Landesstiftung erwerben, die bisher geplante gemeinsame Gesellschaft von Land und Breuninger sei nicht gesetzt. "Wir wollen den Neubau grundsätzlich und werden mit dem gebotenen Respekt verhandeln", so der Finanzminister. Breuninger hat, im Vertrauen auf den Neubau, bereits durch Gebäudekäufe an der Holzstraße in den Standort investiert.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: