Im Theaterhaus wird bis einschließlich Sonntag ganz heiß und kubanisch getanzt – in den Büros wird eifrig an der Kostenaufstellung gerechnet Foto: Prefault

Das Theaterhaus Stuttgart erarbeitet derzeit eine Kostenaufstellung. Diese fordern Kulturpolitiker von Stadt und Land, um zu erfahren, wie das Haus in finanzielle Schieflage geraten konnte.

Stuttgart - Im großen Saal des Theaterhauses sorgt noch bis einschließlich diesen Sonntag die Show Soy de Cuba mit feurigen Rhythmen und gefühlvolle Gesangseinlagen vor der Kulisse von Havanna für große Gefühle, in den Büros drumrum dagegen wird zur gleichen Zeit eifrig gerechnet und recherchiert. Wie berichtet, fehlen dem Theaterhaus 600 000 Euro. Unter anderem wegen viel weniger Zuschauern im heißen Sommer 2018 und wegen der Sponsorenabsage. Theaterhaus-Chef Werner Schretzmeier hat darauf in einem Brandbrief an die Kulturpolitiker von Stadt und Land eine drohende Insolvenz seines Hauses in den Raum gestellt Die Art und Weise wiederum hat die Politiker sehr verärgert. Sie wollen eine detaillierte Aufstellung darüber, wie es zu dieser Situation kommen konnte. Und an dieser arbeiten jetzt eifrig Schretzmeier und sein kaufmännischer Leiter Willi Friedmann.

Alle Veranstaltungen finden statt

„Bis Ende des Monats wollen die beiden die Aufstellung der finanziellen Situation dieses Hauses fertiggestellt haben“, so der Theaterhaus-Sprecher Bastian Ungemach, „und damit keine falschen Töne enstehen, wollen sich die beiden jetzt nicht zu diesem Thema äußern“. Sowohl der Ton wie der Zeitpunkt des Theaterhaus-Schreibens sind einigen Politikern und Sponsoren übel aufgestoßen. Ungemach: „Wir gehen davon aus, dass bereits Mitte Mai erste Entscheidungen fallen könnten“.

Das Publikum soll sich jedenfalls keine Sorgen machen: „Das Theaterhaus ist voll handlungsfähig. Alle Veranstaltungen, die im Verkauf sind und die weiteren, die laufend ergänzt werden, finden statt!“, schreiben Schretzmeier und Friedmann auf der Internet-Seite ihrer Einrichtung: „Das Theaterhaus befindet sich im Gespräch mit der Stadt Stuttgart und dem Land Baden-Württemberg. Die Zeichen sind hoffnungsvoll. Mit einem Besuch im Theaterhaus helfen Sie am effektivsten.“

Das bedeutet jetzt am ersten Mai-Wochenende unter anderem Auftritte von Hausmarken wie dem Schauspieler und Regisseur Ernst Konarek mit seinem Coco-Chanel-Monolog, die Kabarettisten Eure Mütter oder die Familie Flöz, Cavewoman Heike Feist, die Live-Musiklyrik-Show des SWR mit Alexandra Kamp am 2. Mai sowie das Stuttgarter Trio Kuhnle, Gaedt und Baisch schon am 1. Mai.

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