Der alte Köngener Faberbau ist Geschichte – an selber Stelle entsteht derzeit ein Modulhaus für die Schulkindbetreuung in der Mörike-Grundschule. Foto: kd

Angesichts der großen finanziellen Herausforderungen schreibt die Gemeinde Köngen erneut rote Zahlen und muss Erspartes angreifen.

Der Köngener Haushalt wird auch 2026 nicht ausgeglichen sein: „Auch in Köngen stehen wir vor enormen Herausforderungen“, kündigte Bürgermeister Ronald Scholz in seiner Haushaltsrede an.

 

Wie viele Verwaltungschefs landauf und landab monierte Scholz, dass die staatliche Aufgabenfülle in den vergangenen Jahren stetig gewachsen sei – von der Ganztagsbetreuung und der Schaffung ausreichender Kitaplätze über steigende Personalausgaben sowie Gebäude- und Straßensanierungen bis hin zur Unterbringung und Integration von Geflüchteten sowie der Digitalisierung: „Viele dieser Verpflichtungen wurden von Bund und Land beschlossen, ohne dass die dafür notwendigen Mittel mitgeliefert werden. Verantwortung wird nach unten durchgereicht – das ist politisch nicht redlich, finanziell nicht tragfähig und auf Dauer nicht hinnehmbar.“ Immerhin – Köngen stehe vergleichsweise noch solide da, doch der finanzielle Handlungsspielraum schrumpfe spürbar. Da helfe auch nicht die jüngst angekündigte Finanzspritze aus dem staatlichen Sondervermögen: „Das ist nichts weiter als eine einmalige Zahlung. Ein politisch gut klingendes Signal, faktisch aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Noch hat Köngen Rücklagen

Im Haushaltsplanentwurf für 2026 rechnen die Köngener im Ergebnishaushalt mit einem Fehlbetrag von 2,9 Millionen Euro. Trotz der angespannten Finanzlage wird aber kräftig investiert: Das gesamte Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 12,4 Millionen Euro, dem stehen Einzahlungen aus Investitionstätigkeit in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro gegenüber – damit ergibt sich ein Finanzierungsmittelbedarf von rund acht Millionen Euro. Die gute Nachricht: Die Gemeinde hat aus guten Jahren noch ausreichend Rücklagen, um das Defizit aufzufangen. Dem kommunalen Sparschwein geht es jedoch langsam aber sicher an den Kragen: So sinken die liquiden Eigenmittel bis Jahresende voraussichtlich von aktuell rund 19 Millionen Euro auf etwas mehr als 10 Millionen Euro. Am Ende des gesamten Finanzplanungshaushalt von 2027 bis 2029 reduziert sich die Summe sogar auf 2,4 Millionen Euro.

In was investiert Köngen?

Der Schwerpunkt der Investitionen liegt 2026 im Bereich Bildung, Betreuung und Infrastruktur – so sind für den Neubau der Schulkindbetreuung an der Mörike-Grundschule zur Umsetzung des Ganztagsbetreuungsanspruchs rund 4,5 Millionen Euro eingestellt. Für die Burgschule tätigt die Gemeinde Investitionen in Höhe von 960 000 Euro. Das Geld fließt in eine zeitgemäße Gestaltung der Lehrerzimmer und Lehrertoiletten sowie die AES-Raumerweiterung. Auf die lange Bank geschoben ist die weitere Planung bezüglich einer Generalsanierung des deutlich in die Jahre gekommenen Schulkomplexes – zumindest sind bis 2029 keine weiteren Ausgaben in der Köngener Finanzplanung vorgesehen.

Investiert wird dagegen in die Erneuerung der Tartanbahn inklusive Rasenspielfeld am Stadion Fuchsgrube: Dafür muss die Gemeinde mit etwas weniger als 1,2 Millionen Euro aber deutlich tiefer in die Tasche greifen, als ursprünglich erwartet. Für das neue Blaulichtmagazin sind 2026 schon mal 75 000 Euro veranschlagt. „Hier sind wir noch im Bereich der Vorplanung“, erklärte Scholz. Die Umsetzung soll in den Jahren 2028 bis 2030 erfolgen – insgesamt rechnet die Kommune bis 2030 mit Baukosten von acht Millionen Euro. Die Festplatzsanierung ist 2026 mit 400 000 Euro veranschlagt, umgesetzt werden soll das Projekt in den Jahren 2027 bis 2028. Für die Köngener Spielplätze nimmt die Gemeinde 2026 insgesamt 300 000 Euro in die Hand: „Die gemeindeeigenen Spielplätze sollen saniert und mit neuen Spielgeräten bestückt werden“, kündigte der Bürgermeister an. Auch das Römermuseum erhält eine neue Konzeption: 110 000 Euro sind dafür im kommenden Jahr veranschlagt. Demgegenüber erwartet die Gemeine Einnahmen aus Grundstücksverkäufen in Höhe von rund drei Millionen Euro. „Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen sind wir entschlossen, Köngen zukunftsfähig zu machen und wichtige Investitionen in Bildung und Infrastruktur umzusetzen“, begründete Scholz das ambitionierte Programm.