Euro-Skulptur leuchtet im Frankfurter Nachhimmel: Die Bundesbank hat ihre Sicht der aktuellen Finanzmarktstabilität präsentiert Foto: dpa

Die Bundesbank und die Europäische Zentralbank sehen die Finanzinstitute in Europa besser aufgestellt als noch vor Jahren. Es gibt allerdings auch erhebliche Risiken.

Frankfurt - Die deutschen Banken haben nach Angaben der Bundesbank ihre Widerstandskraft weiter gestärkt und sind für künftige Krisen deutlich besser gewappnet als in der Vergangenheit.

Es drohten aus heutiger Sicht selbst bei einem scharfen Konjunktureinbruch und einem Crash an den Finanzmärkten keine Schieflagen, sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret am Mittwoch bei der Vorstellung des neuen Finanzstabilitätsberichts. Allerdings könnten die anhaltend niedrigen Zinsen mittel- und langfristig zu einer „ernsten Gefahr“ werden, weil der Druck auf die Erträge immer größer werde. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Banken für gestärkt. „Insgesamt sehen wir ein niedriges Niveau systemischer Risiken“, betonte Vize-Präsident Vitor Constancio. Auch die EZB legte am Mittwoch ihren Finanzstabilitätsbericht für den Euroraum vor.

Mini-Zinsen und Schattenbanken als Gefahr

Risiken sieht die EZB dann aufkommen, wenn die Probleme in den Schwellenländern länger andauern und auch in den Industrieländern Wirkung zeigen. Auch höhere Zinsen in den USA könnten nach Ansicht der EZB unangenehme Folgen für Wirtschaft und Banken haben. Auch Schattenbanken und damit rapide zunehmende Geschäfte außerhalb des regulierten Bankensektors könnten ein Gefahr für die Finanzstabilität werden. Generell allerdings beurteilen die Notenbanker im Eurotower die Lage der Geldhäuser deutlich gelassener als im vergangenen Jahr.

International weit hinterher hinken die deutschen Banken allerdings bei der Ertragskraft. Die Gesamtkapital-Rendite der acht Großbanken liege nur bei 0,2 Prozent, die Eigenkapitalrendite bei im Schnitt weniger als fünf Prozent. Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen sind Steigerungen nur schwer möglich.

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