Finale der SWR 1-Hitparade in Stuttgart Äffle & Pferdle im Hit-Olymp

Von Uwe Bogen 

Für Experimente ist’s noch zu früh: 9000 Fans haben am Freitagabend in der ausvekauften Schleyerhalle „Stairway To Heaven“ als ewigen Sieger der SWR- 1-Hitparade gefeiert. Äffle & Pferdle belegten den sensationellen Platz acht.

Stuttgart - „Stairway To Heaven“ vor „Bohemian Rhapsody“ und „Child In Time“ – am Ende war’s wie immer. Seit Jahren ist die Spitze der Mammuthitparade von SWR 1 festzementiert. 9000 Fans haben am Freitagabend das Finale in der ausverkauften Schleyerhalle gefeiert. Überraschungen, so scheint es, wollen sich die Hörerinnen und Hörer des Senders in ihrem Alter nicht mehr zumuten. Umso mehr Spaß haben sie daran, sich mit Klassikern ein bisschen ihre Jugend zurückzuholen. Nahezu sensationell ist es daher, dass „Sound Of Silence“, die aus dem Jahr 2016 stammende Krach-Version von der Metalband Disturbed, diesmal auf Platz vier (Vorjahr Platz acht) gekommen ist.

Die Schwabenhelden dürfen nicht live singen

Die zweite Sensation sind heimische Rhythmen: Äffle & Pferdle kamen mit dem „Hafer- und Bananenblues“ auf Platz acht. Obwohl es inzwischen eine Live-Version des Klassikers gibt, lief in der Schleyerhalle nur das Playback. Dass Led Zeppelin, Queen und Deep Purple nicht auf der Bühne stehen, ist klar. Aber Äffle & Pferdle, die im SWR-Fernsehen ihr Comeback feiern, hätten mit den Originalstimmen live auftreten können, damit in den Top Ten nicht nur Songs auf der leeren Bühne abgespielt werden. Wie gut die Kultfiguren singen, führte der SWR am selben Abend in der „Landesschau“ vor. Für diesen Beitrag hatte man im Stadtbüro von StN und StZ bei der Premiere der Live-Fassung vom „Hafer- und Bananenblues“ gedreht. Heiko Volz, die Stimme des Äffle, trug die Nichteinladung mit Humor. „Elvis war auch nie in der Schleyerhalle“, sagte er.

Immerhin waren „Walking Acts“ der Schwabenstars auf der Bühne – zwei Tänzer im Äffle- und Pferdle-Kostüm. Nach ihrem Auftritt im Scheinwerferlicht gingen die beiden Tierfiguren ins Publikum, wo sie sich für unzählige Selfies viel Zeit ließen. Auffallend viele junge Fans waren ganz scharf auf die Hafer- und Bananenblues-Helden. Überhaupt war das Publikum deutlich jünger als der SWR-1-Hörerschnitt. „Die Jungen kommen, um Party zu machen“, freut sich der SWR-Marketing-Mann Christoph Mohr. Mitten drin etwa war ein junges „Sauna-Team“ aus Beuren – alle Mitglieder trugen einen Bademantel.

Auf Platz 13 „Mir im Süden“ von den Füenf

Anders als Äffle & Pferdle durfte die die A-Cappella-Band Die Füenf live spielen – diese Schwabenhelden kamen mit ihrem Lied „Mir im Süden“ auf Platz 13. „In der Schleyerhalle zu spielen ist sehr, sehr geil“, schwärmte Sänger Christian Langer, „vor allem, wenn man hier 30 Jahre lang die größten Bands der Welt gesehen hat.“ Helene Fischer kam mit „Atemlos“ nur auf Platz 33.

Und live spielten nach dem Countdown OMD und Level 42, Stars der 1980er, sowie die SWR  1-Band. Die Plätze fünf, sechs und sieben haben „Brothers In Arms“ (Dire Straits), „Wish You ­Were Here“ (Pink Floyd) und „Nothing Else Matters“ (Metallica) belegt. „Music“ von John Miles kam auf Platz neun vor „Tage wie diese“ von den Toten Hosen. Während SWR 1 früher die Hitparade in den Herbstferien gesendet hat, kommt sie nun früher – dann nämlich, wenn die Befragung für die Media-Analyse läuft. Die Chartswoche war auch eine Werbeveranstaltung für den Fernsehturm, aus dem die Sendung moderiert worden ist.

Einige Titel der Hitparade seien entsetzlich, hört man Hörer jammern – aber jeder jammert bei anderen Titeln. So eine tolle Programmvielfalt gibt’s sonst nur selten!

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