Der Pokalhit gegen den TSV Grünbühl findet wohl ohne Kornwestheims Kapitän Marco Reichert statt. SVK-Coach Roberto Raimondo hat den Pott schon zweimal gewonnen.
Das Eiscafé Angelo in Kornwestheim wird in dieser Woche einen ruhiger Vatertagabend erleben, denn es ist nicht zu befürchten, dass die Fußballer des SV Kornwestheim dort ihren Pokalabend verbringen werden. Anders war das vor 22 Jahren, nachdem die Kornwestheimer das Endspiel um den Bezirkspokal Enz/Murr gegen die Spvgg 07 Ludwigsburg gewonnen hatten. „Da waren wir nach dem Sieg lange in der Eisdiele und dann ging es noch auf die Theo nach Stuttgart“, erzählt Roberto Raimondo. Ein Jahr später hat seine Mannschaft das Ding noch einmal geholt.
Roberte Raimondo kann sich noch an alle Einzelheiten erinnern: Ein Tor hat er nicht geschossen, aber mindestens eins vorgelegt. Der heute 53-Jährige war damals Spielertrainer des SVK. „Und das ist das Besondere an so einem Sieg, dass man sich auch Jahrzehnte danach noch daran erinnert“, sagt Raimondo, der heute wieder Trainer beim Fußball-Bezirksligisten ist. Auch deshalb wünscht er seinen Jungs diesen Titel. Es wäre die Krönung einer starken Saison, in der sich das Team nie Sorgen um den Klassenverbleib machen mussten.
Der Einsatz von Nico Schürmann und Marco Reichert ist fraglich
Am Donnerstag um 17 Uhr soll der Saisonhöhepunkt mit einem Sieg gegen den TSV Grünbühl im Stadion in Bissingen enden, der eine souveräne Runde in der Kreisliga A Staffel 1 spielt. Die Kornwestheimer Spieler sind schon die ganze Woche im Pokalmodus, haben sich und die Fans heiß gemacht auf den Pokalfight mit lustigen Reels in den Sozialen Medien. „Wir haben einige Ideen gesammelt und die beiden besten dann digital umgesetzt“, sagt Raimondo.
Die Vorfreude sei in jeder Trainingseinheit spürbar. Getrübt wird der große Moment aber dadurch, dass Kapitän Marco Reichert vermutlich verletzt ausfallen wird. Das ist bitter für den 33-Jährigen, denn Reichert hatte sich so auf diesen Abend gefreut. 2013 hatte er schon einmal ein Finale erlebt mit dem SV Kornwestheim, dann aber im Elfmeterschießen gegen den FC Marbach verloren. Auch Stefano Nicolazzo und Timo Plitzner waren damals dabei, als es nicht geklappt hat, sich den Pott zu holen. Schön ist die Trophäe ja nicht, „irgendso eine Glaskugel mit WFV drauf“ erzählt Raimondo, aber es käme ja auf den Titel an und nicht auf das Design.
Neben Reichert werden auch der Langzeitverletzte Lionel Schmidt fehlen und auch der Einsatz von Nico Schürmann ist fraglich. „Wir werden nicht viele Chancen bekommen gegen Grünbühl, die wenigen müssen dann sitzen“, lautet die Vorgabe des Trainers. Neben den Verletzten könnte auch das Wetter die gute Laune bei den Finalisten trüben. Raimondo hofft, dass es zumindest trocken bleibt. Für beide Vereine ist der Rasenplatz in Bissingen eher ungewohntes Terrain. Beide Mannschaften tragen ihre Ligaspiele auf Kunstrasen aus. Deshalb haben die Kornwestheimer viel auf Rasen trainiert.
Falls die Entscheidung nicht nach 90 Minuten fallen sollte, gibt es Verlängerung und falls notwendig Elfmeterschießen. Es muss viel Gutes zusammenkommen an diesem Pokalabend. Beim Gegner handelt es sich um ein Team, das aus mehreren ehemaligen Oberligaspielern zusammengestellt wurde. „Da sind einige Raketen dabei“, sagt Raimondo.
Co-Trainer des Gegners ist ein Cousin von Roberto Raimondo
Er kennt den Gegner auch besonders gut, weil der Co-Trainer ein Cousin von ihm ist. Meist telefoniert er zweimal die Woche mit Aldo de Stefano. Selbstverständlich wird vor dem wichtigen Termin gefrotzelt, es sei aber auch jede Menge Respekt dabei, verrät der Kornwestheimer Coach. Aber natürlich werden jegliche verwandtschaftlichen Bindungen für 90 und wenn es sein muss auch für 120 Minuten ausgeblendet.
Jetzt gilt es noch einmal alle Sinne zu schärfen beim SV Kornwestheim. Gefeiert wird übrigens auf jeden Fall, egal wie die Begegnung ausgeht: Die Pokal-Party steigt im Plan B in Kornwestheim.