Handball-Trainerin Veronika Goldammer spricht über die Aussichten der HSG Stuttgart/Metzingen beim A-Jugend-Final-Four um die deutsche Meisterschaft.
Auf die A-Jugend-Handballerinnen der HSG Stuttgart/Metzingen wartet am Wochenende ein Highlight. Sie kämpfen beim Final Four um die deutsche Meisterschaft. Mitstreiter um die nationale Hoheit sind im hessischen Bensheim das Gastgeber-Team, die HSG Bensheim/Auerbach, sowie der Buxtehuder SV und der TV Hannover-Badenstedt. „Wir fahren nicht nur zum Spaß dort hin“, sagt die Stuttgart/Metzingen-Trainerin Veronika Goldammer im Gespräch.
Frau Goldammer, Hand aufs Herz, haben sie ihrem Team vor dem Saisonstart eine Teilnahme am Final-Four-Turnier um die deutsche Meisterschaft zugetraut?
Tatsächlich haben die Mädels das im September selbst als Ziel ausgegeben. Ich persönlich hatte daran noch so meine Zweifel, hatte das Team ja erst kurz zuvor übernommen. Und ich weiß aus meiner Erfahrung, was es bedeutet und was dazugehört, um eine Meisterschaft mitzuspielen. Im Lauf der Saison kristallisierte sich ob der Entwicklung der Mannschaft heraus, dass wir die Teilnahme tatsächlich schaffen können.
Was zeichnet die Truppe aus, was macht sie stark?
Sie hat einen unbändigen Willen und immer den Glauben und die Überzeugung, ein Spiel gewinnen zu können. Egal, ob die Gegnerinnen individuell stärker besetzt oder auch spielerisch besser sind. Der tolle Teamgeist und das Kämpfen bis zum Umfallen sind ein weiteres Plus. Darüber hinaus die Flexibilität – in der Abwehr können wir mehrere Formationen spielen. Die absolute Stärke ist aber das brutale Tempospiel.
Mit welchen Zielen treten Sie mit der Mannschaft in Bensheim an?
Klar ist: Wir fahren nicht nur dort hin, um Spaß zu haben. Unser Ziel ist, das Halbfinale zu gewinnen und dann im Finale um die deutsche Meisterschaft zu spielen.
Gibt es einen Favoriten?
Nein. Ich denke, die Teams sind auf Augenhöhe. In der normalen Runde haben wir gegen Bensheim einmal gewonnen und einmal verloren. Was Buxtehude und Hannover untereinander anbelangt, verhielt es sich ebenso. Letztlich werden Kleinigkeiten entscheidend sein. Beispielsweise, wer am schnellsten die Nervosität ablegt und gut in eine Partie hineinfindet.
Der Gegner um den Einzug ins Finale ist am Samstag (13 Uhr) der TV Hannover-Badenstedt. Wie schätzen Sie die Mannschaft ein?
Eine sehr gute Mannschaft mit einem guten Rückraum, wobei die meiste Gefahr von Chiara Rohr auf Linksaußen ausgeht. Sie schaltet im Tempogegenstoß blitzschnell um. Da muss unser Rückzugsverhalten passen.
Wie ist die HSG Stuttgart/Metzingen personell aufgestellt? Können Sie auf Ihre besten Spielerinnen zurückgreifen?
Es sieht gut aus, wir können aus dem Vollen schöpfen. Die ein oder andere Spielerin konnte wegen den aktuellen Abi-Prüfungen nur eingeschränkt trainieren. Dennoch sind wir gut vorbereitet.
Ein Großteil der A-Jugend ist auch schon Bestandteil der zweiten Frauenmannschaft, die Sie ebenfalls trainieren und die nur aufgrund einer Niederlage am grünen Tisch die Aufstiegsrunde zur dritten Liga verpasst hat. Ein Thema, das für viel Groll gesorgt hat. Ist die Geschichte abgehakt?
Wenn man jetzt die Aufstiegsrunde beobachtet, welche Teams sich möglicherweise durchsetzen, dann trifft mich das durchaus. Bei mir persönlich ist das noch nicht abgehakt. Jedoch hat das Team es abgehakt, denn es steht jetzt was Großes an, und die volle Konzentration gilt dem Final Four.