Der Mann+Hummel-Standort in der Schwieberdinger Straße in Ludwigsburg. Foto: Simon Granville

Der Filtrationsexperte reagiert auf die schwachen Wirtschaftsbedingungen in Europa: Die Produktion aus Speyer zieht ab.

Der Filtrationsexperte Mann+Hummel beabsichtigt, den Standort Speyer bis spätestens Ende 2028 vollständig zu schließen. Die Produktion und die damit verbundene Logistik der Produkte sollen schrittweise an andere Werke der Mann+Hummel-Gruppe verlagert und die Produktion in Speyer eingestellt werden.

 

Auf Rückfrage teilt das Unternehmen mit, dass derzeit noch nicht feststeht, an welche Werke in Europa die Produktion verlagert werden soll. Der Standort Ludwigsburg ist kein Produktionsstandort. Eine Verlagerung von Produktionsumfängen aus Speyer nach Ludwigsburg sei daher nicht vorgesehen. „Ob auch Funktionen und Tätigkeiten aus den produktionsfernen Bereichen nach Ludwigsburg verlagert werden, ist Gegenstand der jetzt anstehenden Umsetzungsplanung“, sagt eine Sprecherin.

Mann+Hummel hat die Mitarbeitenden am Standort Speyer am Donnerstag über die Pläne informiert. Dort arbeiten derzeit 600 Beschäftigte, davon 400 in der Produktion sowie in produktionsnahen Tätigkeiten. Das Unternehmen wird nun Gespräche mit dem Betriebsrat aufnehmen. „In diesen Gesprächen wird es unter anderem um einen möglichen Interessenausgleich sowie einen Sozialplan für die betroffenen Mitarbeitenden gehen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Ziel sei es, gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern tragfähige und sozialverträgliche Lösungen zu erarbeiten.

Erhöhter Kostendruck entlang der Lieferketten

Die Kunden würden heute mehr denn je wettbewerbsfähige Kosten und eine zuverlässige Belieferung erwarten. „Gleichzeitig verändern sich die Rahmenbedingungen in Europa spürbar: Das wirtschaftliche Wachstum bleibt schwach, Energie- und Arbeitskosten sind hoch und globale Handelsbedingungen – etwa durch Zölle und geopolitische Unsicherheiten – erhöhen den Kosten- und Planungsdruck entlang der Lieferketten“, heißt es.

Die beabsichtigte Verlagerung der Produktion ist ein Schritt, um die Produktionsmenge stärker an bestehenden Standorten zu bündeln und damit die Kosten pro Stück senken zu können. Zudem will das Unternehmen effizienter in automatisierte Produktionsprozesse investieren. „Dadurch kann die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Produktionsnetzwerks langfristig gestärkt werden.“ Die möglichen Veränderungen würden in einem mehrjährigen Prozess erfolgen und sich bis spätestens Ende 2028 erstrecken.