Wohl eher Priesterin. am nächsten Dienstag ist in der Innenstadt und im Asemwald ein Film zu sehen, in dem die Priesterinnen-Bewegung Foto: Verleih

Nächste Woche ist ein Dokumentarfilm über Frauen zu sehen, die sich zum Priesteramt berufen fühlen. Der rebellische Pater Roy Bourgeois erhielt 2005 den Aachener Friedenspreis.

Asemwald - Bonn, Luzern, Köln, Asemwald – der Plieninger Stadtteil hat es unter die Großen geschafft. Denn am Dienstag, 3. September, macht die Pink-Smoke-Tour Halt im evangelischen Gemeindezentrum im Asemwald. Pink Smoke ist Teil des Filmtitels „Pink Smoke over the Vatican“, rosa Rauch über dem Vatikan. Jules Hart dokumentiert darin die Reformbewegung von Frauen in der Katholischen Kirche, die sich zum Priesteramt berufen fühlen, wegen ihres Geschlechts aber von der Weihe ausgeschlossen sind.

Die anschließende Diskussion verspricht, interessant zu werden

Die Filmemacherin Hart und der Pater Roy Bourgeois tingeln mit dem einstündigen Streifen vom 30. August bis zum 7. September durch Deutschland und die Schweiz. Und am 3. September sind sie in Stuttgart. Um 16 Uhr zunächst im Café Künstlerbund in der Innenstadt, und von 19.30 Uhr an ist der Film im Asemwald zu sehen. Der Eintritt kostet jeweils fünf Euro.

Im Anschluss an die Vorführung laden Jules Hart und Roy Bourgeois die Zuschauer zu einer Diskussion ein. Diese verspricht interessant zu werden, schon allein wegen Bourgeois’ Biografie. Wegen seiner Kritik an der von Männern dominierten Katholischen Kirche wurde der Pater exkommuniziert, und er verlor sein Priesteramt. Für gewaltlose Proteste gegen die Militärgewalt in Lateinamerika musste er für mehr als vier Jahre in Haft. 2005 erhielt Bourgeois den Aachener Friedenspreis.

„Das Thema ist meine Lebensaufgabe.“

Im Dokumentarfilm von Jules Hart sagt der aufmüpfige Pater Sätze wie zum Beispiel: „Wie können wir Männer den Frauen sagen: Unsere Berufung ist echt, eure nicht.“ Ida Raming zitiert den Satz gern, er spricht ihr aus der Seele. Sie ist sowieso beeindruckt von Bourgeois. „Er gibt überhaupt nicht auf“, sagt sie. Wie sie. „Das Thema ist meine Lebensaufgabe“, sagt sie.

Auch die 81-jährige Frau aus dem Asemwald kommt im Film vor. Denn sie ist das, was es gar nicht gibt: eine katholische Priesterin. Zusammen mit sechs anderen Frauen ist sie 2002 auf einem Donauschiff illegal geweiht worden. Das Filmmaterial von diesem ungewöhnlichen Ereignis hat Jules Hart ebenfalls verarbeitet. Raming hat organisiert, dass der Pink-Smoke-Film in dem Plieninger Stadtteil gezeigt wird.

Kurzfristige Absage vom Haus der Katholischen Kirche

Die Dokumentation von Jules Hart ist auf Englisch und hat deutsche Untertitel. Und für den Austausch nach der Filmvorführung ist ein Übersetzer engagiert. An einem Abend, an dem es um Barrieren in der Katholischen Kirche geht, soll es zumindest sprachlich gesehen keine geben.

Dass der Film im Café Künstlerbund gezeigt wird, ist übrigens eine Notlösung. Zunächst sollte die Vorführung im Haus der Katholischen Kirche sein. Doch das Haus hatte die Veranstaltung wieder abgesagt. Nach Informationen von Ida Raming kannten die Verantwortlichen den Inhalt des Films nicht, als sie der Veranstaltung zustimmten. Vom Haus der Katholischen Kirche und vom katholischen Stadtdekanat war bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu bekommen.