Jule Breuninger ist im neuen Film „Wunderschöner“ dabei. Wie ihr das gelungen ist und wie sie die Dreharbeiten mit mehreren Stars der Szene erlebt hat.
Am vergangenen Donnerstag ist in den deutschen Kinos als Fortsetzung des Films „Wunderschön“ aus dem Jahr 2022 die Tragikomödie „Wunderschöner“ angelaufen. In der Besetzungsliste findet sich wie schon in Teil eins, der 1,7 Millionen Zuschauer in die Kinos lockte, die erste Reihe deutscher Schauspielerinnen wie Nora Tschirner (Keinohrhasen, Tatort), Emilia Schüle (Freche Mädchen, Charité), Anneke Kim Sarnau (Honig im Kopf, Polizeiruf 110) und Karoline Herfurth (Fuck ju Göhte), die gleichzeitig das Drehbuch geschrieben hat und Regie führte. Zum ersten Mal vor einer Filmkamera stand derweil neben diesen Stars die Cannstatterin Jule Breuninger. Ein Erlebnis der besonderen Art für die eigentliche Softball-Bundesliga- und Nationalspielerin der Stuttgart Reds.
Die 20 Jahre alte Fachabiturientin der Johann-von-Cotta-Schule ist alles andere als eine professionelle Schauspielerin. Doch hat sie für die Produktion eine Komparsenrolle ergattert und durfte somit für zwei Drehtage nach Berlin reisen. „Es hat unheimlich Spaß gemacht, und es gab tolle Begegnungen. Für einen eventuellen dritten Teil dürfen sie gerne wieder bei mir anfragen“, sagt Breuninger, die unter 80 Bewerberinnen als eine von 25 jungen Frauen für mehrere Sportszenen ausgesucht worden war. Insgesamt weilte sie für 14 Stunden am Filmset. Die Gage betrug 300 Euro. Ganz am Ende des Streifens ist Breuninger als Catcherin, sprich Ballfängerin, der imaginären isländischen Nationalmannschaft im Bild, allerdings ohne Textpassage. Gegner ist in einem ebenso für die Handlung ausgedachten Weltmeisterschaftsfinale das deutsche Team. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Endprodukt. Ich hoffe, dass wir viele Kino-Zuschauer haben werden“, sagt Jule Breuninger, die den kompletten Film erstmals in der vergangenen Woche bei der Premiere in Stuttgart zu sehen bekam.
Zwei andere Aspekte der Reise in die Bundeshauptstadt waren für sie freilich noch wichtiger als die finanzielle Entlohnung: Zum einen gab es spannende Einblicke in die Welt einer professionellen Kinoproduktion, inklusive eines regen Austausches mit der Regisseurin Karoline Herfurth sowie den Kameraleuten über Einstellungen und Perspektiven. Zum anderen entwickelte sich beim gemeinsamen Essen im Cateringbereich eine intensive Kommunikation mit der Hauptdarstellerin Nora Tschirner. Jene wurde dann im Gegenzug gleich in die Regeln des Softballs eingeführt und probierte selbst ein paar Schläge aus.
„Sie war super nett, total lustig und völlig unkompliziert“, sagt Breuninger, die von ihrer prominenten Mitstreiterin schließlich noch zweimal überrascht wurde: zum einen mit dem mündlichen Versprechen, bei der Softball-Europameisterschaft 2027 in Stuttgart als Gast den traditionellen „First Pitch“ (ersten Wurf) durchzuführen, zum anderen erhielten Jules Eltern Angelika und Markus Breuninger ein launiges Handyvideo von knapp einer Minute Dauer, in dem die Schauspielerin beteuert, dass sie sich als „Ersatzmutter“ am Set fürsorglich um die Tochter kümmert.
Als Nächstes steht für Jule Breuninger nun in diesen Tagen ein weiterer Kinobesuch an, dann mit ihren Mannschaftskolleginnen der Stuttgart Reds zum gemeinsamen Anschauen von „Wunderschöner“. Die ersten beiden Punktspiele der neuen Bundesliga-Saison werden für die Cannstatterinnen am 26. April in Regensburg stattfinden. „In diesem Jahr wollen wir zumindest ins Bundesliga-Finale“, sagt die Jungschauspielerin vom Schnarrenberg.