Der Auschwitz-Überlebende Branko Lustig war nicht nur der Produzent, sondern auch ein wichtiger Zeitzeuge bei „Schindlers Liste“. Foto: dpa/Abir Sultan

Als er ein Kind war, versuchten die Nazis, Branko Lustig zu ermorden. Später hat der kroatische Jude Lustig in Hollywood einen Film produziert, der die Verbrechen der Nazis in Erinnerung halten sollte: „Schindlers Liste“.

Zagreb - Der kroatische Filmproduzent, Oscar-Preisträger und Holocaust-Überlebende Branko Lustig ist am Mittwoch, dem 13. November 2019, im Alter von 87 Jahren in Zagreb gestorben. Dies berichten kroatische Medien. Der in Osijek geborene Lustig war als Kind wegen seiner jüdischen Herkunft in die Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und Bergen-Belsen verschleppt worden. In der Schoah verlor er den Großteil seiner Familie.

1955 absolvierte er die Akademie für Darstellende Künste in Zagreb. Danach war er als Produzent für eine Reihe von ausländischen Filmen tätig, die im damaligen Jugoslawien gedreht wurden. In Nebenrollen trat er auch als Schauspieler auf.

Den Oscar hat er verschenkt

1988 ließ er sich in den USA nieder. Ein bahnbrechender Erfolg war ihm als Produzent von „Schindlers Liste“ (1993) beschieden. Der amerikanische Star-Regisseur Steven Spielberg griff dabei auch auf die konkreten Auschwitz-Erfahrungen von Lustig zurück. Im Jahr darauf erhielt er dafür als erster Kroate einen Oscar.

Einen zweiten Oscar erhielt er 2001 als Produzent von „Gladiator“. 1994 war er einer der Mitbegründer von Spielbergs Shoah Foundation, die es sich zum Ziel setzt, die Zeugnisse von Überlebenden des Holocausts auf Video aufzuzeichnen. 2015 schenkte er den Oscar, den er für „Schindlers Liste“ erhalten hatte, der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

Vor sechs Jahren kehrte Lustig nach Zagreb zurück. Als er als Zwölfjähriger aus dem KZ befreit worden war, erinnerte er sich dort in Medieninterviews, hatte er gerade mal 30 Kilo gewogen. „Seit dem Lager hat mich das Glück verfolgt“, fügte er hinzu.

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