Anke Engelke und Lukas Rüppel bei der Vorpremiere ihres neuen Films. Foto: Werner Kuhnle

Am Mittwoch feierte der Film „Dann passiert das Leben“ Vorpremiere. In Ludwigsburg sprach Engelke über ihre Rolle und warum für sie Humor und Ernst gar nicht so weit auseinanderliegen.

Eine Frau spricht Passanten vor dem Scala in Ludwigsburg an: „Haben Sie vielleicht noch zwei Tickets übrig?“ Die Vorpremiere am Mittwochabend ist restlos ausverkauft, der Andrang groß. Anke Engelke und Lukas Rüppel stellen im Rahmen des Filmfestivals Lichtspielliebe den neuen Film „Dann passiert das Leben“ vor.

 

Der Film erzählt von Rita (Anke Engelke) und Hans (Ulrich Tukur), einem Ehepaar, das nach Jahrzehnten gemeinsamer Routine an einen Wendepunkt kommt. Hans geht in Pension, Rita hält das gewohnte Leben mit Disziplin und Kontrolle zusammen, bis ein Unfall das Leben aus dem Gleichgewicht bringt.

Engelke über ihre Rolle als Rita

„Die Rolle hat mich so gereizt, weil ich Rita von Beginn an mochte, sie aber nicht direkt verstanden habe“, erklärt Engelke. Durch das Kostüm und das Drehbuch näherte sie sich ihrer Rolle immer weiter an. „Ich muss wissen, wie sie aussieht, was sie anhat, wie sie schwimmt, wie sie isst.“ Wer Engelke aus anderen Rollen und Auftritten kennt, könnte meinen, dass es der humorvollen Schauspielerin schwerfallen könnte, die emotionale Schwere des Films nicht mit Späßen zu füllen. „Ich bin da ganz in der Rolle drin“, sagt sie. Selbst bei Auftritten wie dem Amazon-Format „LOL: Last One Laughing“ habe sie ihren Text gelernt und wochenlang geprobt. Der Unterschied sei für sie nicht groß. „Was am Ende dabei herauskommt, und was es mit den Menschen macht, mag exponentiell unterschiedlich sein“, so Engelke. „Für mich bleibt meine Arbeit aber immer gleich.“

Drehbuchautorin und Regisseurin Neele Leana Vollmar habe es den Schauspielern leicht gemacht, sagt Lukas Rüppel, der im Film den Sohn von Engelke spielt. „Wir haben schon im Haus, in dem wir gedreht haben, das erste Mal ins Drehbuch reingelesen“, erinnert er sich. So sei er schnell in die Geschichte hineingekommen. „Neele achtet auch sehr darauf, dass wir chronologisch drehen, dass man emotional nicht so durchgerüttelt wird wie in anderen Produktionen.“

„Ludwigsburg ist ein Kulturort“

Für Rüppel ist es nicht der erste Besuch in der Barockstadt. „Als ich am Theater in Stuttgart war, habe ich häufig in Kurzfilmen der Filmakademie mitgespielt.“ Trotz der knapp 100 000 Einwohner wirke die Stadt beschaulich auf ihn. „Ich finde es sehr schön hier.“ Und auch Engelke war schon häufiger zu Gast. „Es ist ein Kulturort“, bringt sie es auf den Punkt.