Sehr dekorativ lüftet ein frecher Wind in Cannes Jessica Chastains Couture-Robe. Foto: dpa

Zu Cannes gehören Palmen und eine Sonne, die vom strahlendblauen Himmel blitzt. Am Montagabend zeigte sich das Wetter launisch und die Stars mussten auf Frisur und Haute Couture aufpassen. Dem Filmgenuss tat das keinen Abbruch.

Zu Cannes gehören Palmen und eine Sonne, die vom strahlendblauen Himmel blitzt. Am Montagabend zeigte sich das Wetter launisch und die Stars mussten auf Frisur und Haute Couture aufpassen. Dem Filmgenuss tat das keinen Abbruch.

Cannes - Das Wetter zeigt sich wechselhaft bei den Festspielen in Cannes und ein frecher Wind zupfte an den Kleidern der Damen auf dem roten Teppich. Umso mehr freuten sich die Premierengäste am Montagabend darüber, dass sie im Kinosaal überdacht bestens unterhalten wurden: Mit einer bitterbösen Hollywoodsatire und einem intensiven Drama konnten die Filmemacher aus Nordamerika punkten. Der kanadische Regisseur David Cronenberg stellte „Maps to the Stars“ vor und brachte dafür seine Darsteller Julianne Moore, Robert Pattinson, John Cusack und Mia Wasikowska mit.

Der US-Amerikaner Bennett Miller („Die Kunst zu gewinnen - Moneyball“) zeigte sein kammerspielartig inszeniertes „Foxcatcher“ um ein Ringer-Brüderpaar. Er wurde dafür mit „Bravo“-Rufen gefeiert. Beide Filme konkurrieren um die Goldene Palme.

Pattison wurde sehnsüchtig erwartet

Robert Pattinson wurde erwartungsgemäß besonders sehnsüchtig von seinen Fans erwartet, obwohl der 28-Jährige in „Maps to the Stars“ eine eher kleine Rolle als Chauffeur spielt. Dabei hat er dann in seiner Limousine auch Sex mit der Figur von Julianne Moore. Das sei ein tolles Erlebnis gewesen, erzählte der einstige „Twilight“-Darsteller in Cannes. „Allerdings auch ziemlich schweißtreibend.“ Viel mehr war aus dem diesmal relativ wortkargen Pattinson nicht herauszuholen.

„Maps to the Stars“ erzählt von verschiedenen Charakteren im Filmgeschäft, die verzweifelt um Anerkennung buhlen. Wirklich neu ist es zwar nicht, wenn Cronenberg („Cosmopolis“) die Schönen und Reichen als einsame Menschen darstellt. Und doch setzt der Regisseur seine Satire mit ausgefeilten Dialogen wunderbar überzeichnet in Szene. Vor allem Julianne Moore trägt das Werk als neurotische und hysterische Darstellerin, die das Ende ihrer Karriere fürchtet. Was von all diesen Beobachtungen aus Hollywood wahr ist, verriet Cronenberg nicht. Schauspieler Cusack sagte aber: „Für mich war es ein sehr bekanntes Ökosystem aus Angst, Gier und Verzweiflung.“

Regisseur Miller bewies nach „Capote“ und „Moneyball“ einmal mehr sein Gespür für präzise Figurenzeichnungen und stille Dramatik. Basierend auf einem wahren Fall zweier Ringer spielen Channing Tatum und Mark Ruffalo ungleiche Brüder, von denen schließlich einer vom eigenen Sponsor (Steve Carell) erschossen wird.

Besonders Tatum und Carell begeistern dabei als emotional verunsicherte Männer, die beide mit ihrer eigenen Rolle im Leben ringen. Die US-Amerikaner agieren dabei so subtil und doch eindringlich, dass es dafür am Ende des Festivals sogar eine Auszeichnung geben könnte.

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