Film „Die wilden Kerle 6“ Grenzwertige Botschaft

Von Wolfram Hannemann 

Abenteuer, D 2015. 100 Minuten Foto:  
Abenteuer, D 2015. 100 Minuten Foto:  

Leo und seine Jungs verstehen sich als Nachfolger der „wilden Kerls“, die einst die Fußball-Mannschaft des „dicken Michi“ besiegten. Verstörend an diesem Kinderfilm von Michael Masannek ist die Botschaft Kämpfe für etwas, wofür es sich zu sterben lohnt.

Stuttgart - Alles ist gut, solange du wild bist! Getreu diesem Motto verstehen sich Leo und seine Jungs als legitime Nachfolger der legendären „Wilden Kerle“, die vor Urzeiten die Mannschaft des „Dicken Michi“ beim Fußball besiegten. Jetzt soll Leo mit seiner ­Clique als Revanche gegen die „Galaktischen Sieger“ antreten. Den Kleinen bleiben gerade einmal zehn Tage Zeit, um sich vorzubereiten.

Muss man sich ernsthaft Sorgen machen um den deutschen Schauspielernachwuchs? Der Film gibt zumindest Anlass dazu. Denn die kleinen Darsteller stellen zwar tapfer unter Beweis, dass sie Texte auswendig aufsagen können, doch tun sie das derart lieblos und gekünstelt, dass man jeder Illusion ­beraubt wird. Weitaus erschreckender: ­Sogar die inzwischen gereiften Darsteller aus dem Original von 2003 sind nicht ­wesentlich besser! Am ehesten überzeugt noch die Grufti-Clique, gegen die die wilden Kerle antreten müssen.

Und die darstellerischen Leistungen sind nicht das einzige Problem. Da gibt es jene grenzwertige Botschaft, die das Drehbuch vermitteln möchte: Kämpfe für etwas, wofür es sich zu sterben lohnt! Starker Tobak für einen Kinderfilm. Der ist zumindest flott ­inszeniert und mit fetzigen Songs unterlegt. Und er bringt vieles unter einen Hut: kindliche Fantasie, die Begeisterung für Fußball, Freundschaft, Solidarität und die Erkenntnis, dass Mädchen Jungs ebenbürtig sind.

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