Die BW-Bank hat drastische Einschnitte in ihr Filialnetz angekündigt. Foto: dpa/Christoph Schmidt

An der Schließung von Bankniederlassungen führt kein Weg vorbei. Doch die Branche muss die Folgen besser abfedern – zum Beispiel durch den Einsatz von Filialbussen und mehr Hilfestellungen fürs Online-Banking, meint Wirtschaftsredakteurin Barbara Schäder.

Stuttgart - Es ist ein regelrechter Kahlschlag: Die BW-Bank macht 40 Prozent ihrer Filialen dicht. Die Entscheidung folgt auf Filialschließungen bei der Deutschen Bank, der Commerzbank sowie verschiedener Volksbanken und Kreissparkassen in der Region. Die Begründung ist immer die gleiche: Das Kundenverhalten hat sich geändert.

 

Die Zahl der Filialbesuche sinkt, weil Online-Banking für viele Menschen einfach bequem ist – jedenfalls im Alltag. Einen Berater suchen sie nur noch für Kreditverhandlungen oder Fragen zur Altersvorsorge auf. Das sind seltene Anlässe, für die es nicht unbedingt einer Bank um die Ecke bedarf.

Trend in die falsche Richtung

Menschen, die Online-Banking nicht nutzen können oder wollen, sind allerdings auf diese Nähe angewiesen. Sie brauchen zumindest eine Selbstbedienungsfiliale mit Überweisungsterminal und Kontoauszugsdrucker vor Ort. Doch selbst diese Geräte werden von einzelnen Banken abgebaut.

Wo sich der Betrieb solcher Geräte wirklich nicht mehr rechnet, sollten Kreditinstitute über Alternativen nachdenken. Gute Kompromisslösungen sind Filialbusse, die jede Woche an aufgegebenen Standorten halten, oder die Zusammenlegung von Zweigstellen bislang konkurrierender Volksbanken und Sparkassen.

Zudem sollten die Kreditinstitute den Zugang zum Online-Banking vereinfachen. Kurse, für die Banken und Sparkassen mit Senioren-Initiativen kooperieren, gibt es bereits. Doch bei der Gestaltung von Websites und Banking-Apps geht der Trend in die falsche Richtung. Zusatzangebote wie ein Vertragsmanager für Versicherungen mögen nützlich sein – zur Übersichtlichkeit tragen sie nicht bei.

Service für die alternde Gesellschaft

Bei Betriebssystemen für Smartphones gibt es bereits die Möglichkeit, auf dem Bildschirm nur wenige Funktionen in vergrößerter Form anzuzeigen. Warum also nicht bei Websites und Apps von Banken?

Auch wenn die Vertrautheit mit dem Internet von Kundengeneration zu Kundengeneration wächst: Dass Sehkraft und Schnelligkeit ab einem gewissen Alter abnehmen, wird sich nicht ändern. Softwarelösungen, die diesen Problemen Rechnung tragen, sind in einer alternden Gesellschaft Zukunftsinvestitionen.