Viele Banken ziehen sich aus kleineren Gemeinden zurück. Foto: epd

Die Banken kommen um Filialschließungen auch in Stuttgart und Region nicht herum. Trotzdem müssen sie sicherstellen, dass ihre Kunden Überweisungen und Geldabheben weiter problemlos erledigen können. Gute Beispiele für Kompromisslösungen gibt es bereits, kommentert Barbara Schäder.

Frankfurt - Die Kneipe, die Post und die Bank oder Sparkasse – sie prägten in vielen Dörfern und Vororten über Jahrzehnte das Straßenbild. Entsprechend beunruhigt reagieren die Menschen, wenn nach der Post nun auch noch ihre Bankfiliale schließt. So mancher Kunde fühlt sich im Stich gelassen. Ganz zu schweigen davon, dass mit jeder Bankfiliale auch Arbeits- und nicht selten Ausbildungsplätze verloren gehen.

Doch so bitter das ist: Keine Bank kann sich auf Dauer leisten, Mitarbeiter zu beschäftigen, deren Dienste kaum noch in Anspruch genommen werden. Bank­geschäfte werden nun einmal zunehmend online erledigt. Um Geld abzuheben, ­genügt ein Automat. Unverzichtbar bleiben Bankangestellte natürlich für Beratungsgespräche, sei es über ein Finanzierungsvorhaben oder eine Geldanlage. Doch dafür können Termine vereinbart werden, es muss nicht an jedem Ort zu jeder Zeit ein Berater präsent sein.

Der Bankschalter hat noch lange nicht ausgedient

Trotz Digitalisierung und Automatisierung wird allerdings auch der klassische Bankschalter weiterhin benötigt. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen: 53 Prozent der Deutschen nutzen Online-Banking. Das heißt im Umkehrschluss: Jeder zweite nutzt es eben nicht. Hauptsächlich, aber keineswegs nur ältere Menschen ziehen das gedruckte Überweisungsformular der Online-Maske weiterhin vor. Diese Kunden wären zu Recht verärgert, wenn sie durch einen kompletten Rückzug der Banken aus der Fläche zum Systemwechsel gezwungen würden. Und was soll jemand machen, der gar keinen Computer oder Internetzugang besitzt?

Flexible Lösungen wie die rollende Bankfiliale oder Bargeld-Abhebungen an der Ladenkasse sind daher zu begrüßen. Natürlich sind das Kompromisse. Wer bisher gewöhnt war, alle Bankgeschäfte an jedem beliebigen Werktag am Schalter erledigen zu können,wird sich möglicherweise auf eingeschränkte Öffnungszeiten oder längere Wege einstellen müssen. Die Alternative wären aber steigende Gebühren für einfachste Dienstleistungen. Da müsste man sich dann erst recht jeden Gang zum Schalter überlegen.

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