Erik Schüle (links) und Linus Dressel haben Großes vor. Foto: Felix Ogriseck

Die zwei Gymnasiasten aus Filderstadt-Bonlanden vermeiden Plastik, sammeln Müll und haben noch viele Ideen. Hier erzählen sie, was sie antreibt und was sie in Zukunft noch alles vorhaben.

Bonlanden - Angefangen hat alles mit dem Buch „Besser leben ohne Plastik“, das Erik Schüle im Regal seiner Mutter fand und durchblätterte. „Darin wird erklärt, dass Plastik unnötigen Verpackungsmüll verursacht und auch Schadstoffe an Lebensmittel abgeben kann“, sagt Erik, der sich seitdem mit seinem Freund Linus Dressel für mehr Umweltbewusstsein im Alltag einsetzt.

Zunächst schrieben die beiden Gymnasiasten aus Filderstadt einen Flyer mit Tipps, wie Plastik vor allem beim Einkauf von Lebensmitteln reduziert werden kann – etwa durch die Verwendung eines Einkaufskorbs statt einer Plastiktüte oder durch die Aufbewahrung in Vorratsgläsern statt Plastikdosen. Auch empfehlen sie, Obst lose zu kaufen und zum Metzger eigene Behältnisse mitzunehmen, um so Verpackungsfolien zu vermeiden. Den von Hand beschriebenen Flyer kopierten die beiden und verteilten ihn in ihrem Wohngebiet in Bonlanden an Passanten. Einige wenige hätten abweisend reagiert, viele dagegen mit Interesse. „Ein Busfahrer hat sogar länger angehalten“, sagt Linus, „obwohl hinter ihm 15 Autos gestanden sind, hat er seelenruhig nachgefragt“.

Viel Müll an der Bushaltestelle

Nach und nach haben die beiden ihre Aktivitäten für Umweltschutz und Müllvermeidung erweitert: Inzwischen basteln sie umweltverträgliche Gebrauchsgegenstände wie Lesezeichen ohne Plastiküberzug, die sie dann in einem mobilen Fahrradladen aus einem Karton heraus verkaufen. „Das eingenommene Geld soll eventuell als Spende an Greenpeace fließen“, sagt Linus. Zudem ist einmal pro Woche großes Reinemachen vor der eigenen Haustür angesagt: Mit eigens dafür gekauften Zangen sammeln Erik und Linus den Müll an der Bushaltestelle in ihrem Wohngebiet auf. Meistens liegt ganz schön viel Abfall auf dem Boden herum: Kassenzettel, Einwegverpackungen, Busfahrscheine oder auch Zigarettenstummel und -schachteln. „Alleine ein Zigarettenstummel kann 40 Liter Grundwasser verunreinigen“, erklärt Erik.

Eine eigene Homepage soll kommen

Mit ihren Ideen sind die beiden Schüler noch lange nicht am Ende. In einem nächsten Schritt soll der Umstieg aufs Digitale erfolgen, um so noch mehr Menschen zu erreichen. „Während der Corona-Zeit haben wir Power Point für uns entdeckt“, sagt Erik. Mehrere Bilder-Präsentationen haben sie damit bisher erstellt, unter anderem über bedrohte Tierarten wie Eisbären. „Wir würden auch gerne einen Info-Film drehen, das fände ich cool“, sagt Linus. Dazu sei aber wohl die Hilfe eines Experten nötig, der darin Erfahrung habe.

Und dann gibt es noch den Wunsch nach einer eigenen Homepage, den sie sich irgendwann erfüllen wollen. „Da könnte man dann auch den Info-Film online stellen“, sagt Linus, der sich freut, dass beim Ehrenamtspreis der Filder-Zeitung und der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen dieses Jahr Projekte mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Mittelpunkt stehen: „Das ist ein sehr wichtiges Thema für die Zukunft von uns allen.“ Auch deshalb würden Erik und Linus gerne mal eine Veranstaltung von Fridays for Future in der Nähe besuchen. Langweilig werden dürfte es den beiden jungen Klima-Aktivisten also auch künftig nicht.

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