Am jetzigen Sitz der Verwaltung an der Aicher Straße in Bernhausen könnte auch ein zentrales Rathaus entstehen. Foto: Otto-H. Häusser

Die Verwaltung von Filderstadt soll auf Herz und Nieren untersucht werden. Darüber war sich der Verwaltungsausschuss einig. Nur über die Vorgehensweise herrschte Dissens.

Filderstadt - Fast alle Fraktionen des Gemeinderats wollen die Struktur der Stadtverwaltung untersuchen lassen. Lediglich die SPD nimmt davon Abstand.

In einem zusätzlichen Haushaltsantrag hat die CDU/FDP-Fraktion die Zertifizierung der Verwaltung nach dem RAL-Gütezeichen gefordert. Dies würde bedeuten, dass gewisse Fristen einzuhalten sind. Demnach müsste sich die Verwaltung beispielsweise verpflichten, Anrufe und E-Mails von Bürgern innerhalb eines Arbeitstags zu beantworten. Oberbürgermeister Christoph Traub gab im Verwaltungsausschuss zu verstehen, dass er davon nicht viel halte. Es müsse zunächst die Struktur der Verwaltung untersucht werden. „Man kann nicht einen Teil davon herausgreifen“, sagte der OB. Dies sah allerdings Stadträtin Monika Strobel (CDU/FDP) nicht ein. Sie wollte, dass sich die Verwaltung die vom Siegel vorgegebenen Spielregeln bald gibt. Erst als auch andere Stadträte Traub unterstützten, lenkte Strobel ein.

Zentrales Rathaus ist wieder einmal Thema

Als es dann später konkret um die beantragte Organisationsprüfung ging, forderte Oberbürgermeister Christoph Traub von den Fraktionen, dass sie zunächst klären müssten, wie die Verwaltung künftig untergebracht wird. Damit war das viel diskutierte Thema zentrales Rathaus wieder einmal auf dem Tapet. Man könne die Organisationsstruktur der Verwaltung auch unabhängig von der Raumsituation untersuchen, sagte Monika Riegraf (Grüne). Dagegen sah Stefan Hermann (FW) durchaus Zusammenhänge zwischen einer zentralen Unterbringung und der Arbeitsweise der Verwaltung. Durch die engere Zusammenarbeit würden sich Synergie-Effekte ergeben, sagte er.

Anders als Monika Strobel (CDU/FDP) sprach sich Hermann dafür aus, dass eine Arbeitsgruppe, in der auch Stadträte sitzen, die Kriterien für eine Untersuchung festlegt. Nach Ansicht von Strobel würde es ausreichen, wenn sich eine Fachfirma ohne Vorarbeit darum kümmert.

SPD will Technisches Rathaus erhalten

Bernd Menz und Frank Schwemmle (beide SPD) sprachen sich gegen ein zentrales Rathaus aus. „Das können wir machen, wenn wir im Geld schwimmen sollten“, sagte Menz. Schwemmle hatte außerdem grundsätzliche Bedenken, die ganze Verwaltung in ein zentrales Rathaus zu stecken. „Wir wollen, dass das Technische Rathaus in Plattenhardt bleibt.“ Damit der Ort nicht ausblute. Die übrige Verwaltung könne in Bernhausen zentriert werden. Nun sollen die Kriterien für eine Untersuchung erarbeitet werden.

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