Die derzeitige Verkehrsführung an den B-27-Ausfahrten in Plattenhardt ist unfallträchtig Foto: Otto-H. Häusser

An den Zu- und Abfahrten der B 27 in Plattenhardt ist die Unfallgefahr groß. Deshalb sollen Ampeln installiert werden. Einige Stadträte hätten lieber Kreisverkehre.

Plattenhardt - Die Gefahr an den Zu- und Abfahrten bei der B 27 in Plattenhardt soll gebannt werden. Dort passieren zu viele Unfälle. Deshalb sollen künftig Ampeln den Verkehr regeln. Doch im Gemeinderat hat sich Widerstand dagegen formiert. Einige Stadträte sprechen sich entschieden für Kreisverkehre aus, weil diese die bessere und effektivere Lösung seien.

Bereits vor der Sommerpause hatten sie deshalb angeregt, dass sich das Kreisstraßenbauamt nicht nur mit der Installation von Ampeln, sondern auch mit dem Bau von Kreiseln befasst. Ordnungsamtsleiter Jan-Stefan Blessing teilte nun im Technischen Ausschuss mit, dass es eine Reaktion der Behörde gebe.

„Gefahr von Rückstau“

Demnach sieht das Kreisstraßenbauamt Probleme, falls an der B 27 Kreisverkehre gebaut würden. Dann bestehe die Gefahr von Rückstaus auf die Bundesstraße. Weil die Autos nicht schnell genug die Ausfahrt räumen könnten, erklärte Blessing. „Wenn dort dagegen eine Ampel steht, wird bei Bedarf auf Grün geschaltet“, sagte er. Das Straßenbauamt habe jedoch mitgeteilt, dass es letztendlich für die Planung nicht zuständig sei. Weil die Bundesstraße betroffen ist, habe das Regierungspräsidium die Planungshoheit. „Wir werden deshalb jetzt das Regierungspräsidium anschreiben“, sagte Blessing. Er gehe jedoch davon aus, dass von dort auch kein anderer Befund komme. Auf den Straßen, die an die Kreisverkehre angeschlossen würden, sei zuviel Verkehr. Auf der B 27 würden täglich mehr als 70 000 Autos fahren, auf der Landesstraße zwischen Plattenhardt und Bernhausen seien es rund 20 000.

Stadträte für Kreisverkehre

Die Stadträte Richard Briem (FW) und Frank Schwemmle (SPD) wollten sich damit jedoch nicht zufriedengeben. „Ich bin verblüfft darüber, dass es durch den Kreisverkehr einen Rückstau geben soll“, sagte Schwemmle. Durch einen Kreisel verbessere sich die Situation eher. Es sei schade, dass diese Lösung abgelehnt werde. Er verstehe nicht, warum ein Kreisel nicht leistungsfähig wäre, sagte Briem. „Schließlich funktioniert der beim Penny ja auch.“ Dort habe man zusätzlich noch Fußgänger und Radfahrer, auf die Rücksicht genommen werden müsse. Briem schlug erneut vor, die Geschwindigkeit an den Ausfahrten der B 27 auf 50 Kilometer pro Stunde zu begrenzen. „Das würde sofort etwas bringen“, sagte er.

Der FW-Stadtrat hatte schon früher dafür plädiert, bis zum Bau von Kreiseln provisorisch Ampeln aufzustellen. Das wurde vom Kreisstraßenbauamt abgelehnt. In diesem Fall müssten die Kabel in ausreichender Höhe über den Fahrbahnen verlegt werden. Dies sei zu störungsanfällig, so die Behörde.

Wann sich die Verkehrssituation an den Ausfahrten der B 27 verbessert, ist noch völlig offen. Ursprünglich war geplant, dass die Ampeln noch in diesem Jahr installiert werden.

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