Die Station in Bernhausen wird länger Endbahnhof für die S 2 bleiben als bisher gedacht. Foto: Thomas Krämer

Die Verlängerung der Schienenstrecke nach Neuhausen auf den Fildern soll im Jahr 2026 und damit vier Jahre später als bisher geplant fertig sein. Die Kosten steigen von 149 auf 209 Millionen Euro.

Filderstadt - Die neueste Entwicklung beim Bau der S-Bahn-Neubaustrecke Bernhausen - Neuhausen lässt den Filderstädter Oberbürgermeister aufhorchen. „Diese Kombination von Verteuerung und Verzögerung ist nicht gut“, sagt Christoph Traub. Er drängt nun darauf, dass baldmöglichst der Planfeststellungsbeschluss gefasst wird, damit der Baubeginn in greifbare Nähe rückt.

Nach dem neuesten Zeithorizont der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB), die das Projekt planen und umsetzen, ist der Baustart für April 2022 vorgesehen. Bei einer Bauzeit von rund vier Jahren könnte der erste Zug Mitte 2026 von Bernhausen nach Neuhausen fahren.

Planänderungen verlängern Verfahren

Voraussetzung wäre, dass die jetzt anstehenden Schritte bis zum Baubeginn nach Plan abgearbeitet werden können. Der Ablauf des Planfeststellungsverfahrens werde vom Regierungspräsidium bestimmt, sagt SSB-Chefplaner Volker Christiani. Durch die Planänderungen, die jetzt vorgenommen worden seien, habe sich das Verfahren bereits verlängert.

Christiani nennt stellvertretend für diese Neuerung die Ermöglichung eines 15-Minuten-Takts auf der Neubaustrecke und die damit verbundene Neubeauftragung eines Lärmgutachtens. „Falls der Planfeststellungsbeschluss vor Gericht landet, gibt es eine weitere Verzögerung“, warnt der Chefplaner. Offen sei bisher auch noch, wie lange die Prüfung der Finanzierung dauere, die ebenfalls vor Baubeginn abgeschlossen sein muss.

Mehrkosten durch Preissteigerung

Die prozentuale Aufteilung ist zwar insoweit festgelegt, als 80 Prozent der Kosten von Bund (60 Prozent) und Land (20) getragen werden sollen. „Falls wir jedoch einen Ergänzungsantrag stellen müssen, könnte es sein, dass das Land seinen Zuschuss einschränkt“, sagt Volker Christiani. Im schlechtesten Fall wäre dann nur noch der 60-Prozent-Anteil des Bundes gesichert.

„Um diesen Fall zu vermeiden, haben wir jetzt die Kosten vorausschauend angepasst“ sagt der SSB-Chefplaner. Demnach soll das Projekt nun 209 Millionen Euro verschlingen. Stand 2016 waren es noch 149 Millionen Euro. Die Steigerung um rund 60 Millionen Euro sei hauptsächlich auf die galoppierenden Baupreise zurückzuführen, sagt Christiani. „Es ist leider so, dass die Baupreise landauf landab in astronomische Höhen steigen.“

Für die kleineren Finanzierungspartner kann die Kostensteigerung extrem ins Kontor schlagen. Im Fall von Filderstadt und Neuhausen, die zusammen fünf Prozent der Kosten tragen, soll die Beteiligung jeweils von 3,5 auf 5,8 bis 6,7 Millionen Euro steigen. Die endgültige Höhe könne noch nicht festgelegt werden, sagt Christiani. Sie hänge davon ab, wie groß der förderfähige Teil der Kosten sei, wie viel also tatsächlich von Bund und Land getragen wird.

Chefplaner kommt in Gemeinderat

Oberbürgermeister Christoph Traub ist auf jeden Fall schon mal alarmiert. „Eine Steigerung auf fast das Doppelte wäre deutlich“, sagt er. Der OB ist deshalb froh, dass Chefplaner Christiani die Kostensteigerung und die zeitliche Verzögerung im Filderstädter Gemeinderat am Montag öffentlich erklären wird.

Oberbürgermeister Traub setzt nun vor allem darauf, dass die S-Bahnstrecke Flughafen-Bernhausen von den Bauarbeiten möglichst unberührt bleibt. Sprich: die Anschlussarbeiten in Bernhausen sollen dann vonstatten gehen, wenn die Bahn wegen des dritten Gleises am Flughafen sowieso die Strecke sperrt. „Das werden wir weiterhin im Auge behalten“, sagt Chefplaner Christiani. Man wisse allerdings noch nicht, wann die Bahn das dritte Gleis bauen werde.

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