Die Probleme mit den Bussen auf den Fildern haben nun auf Antrag der SPD auch den Technischen Ausschuss beschäftigt. Foto: Archiv Malte Klein

Beim Busverkehr auf den Fildern liegt offenbar einiges im Argen. Eltern und Schulen klagen inzwischen sehr massiv über die Unzuverlässigkeit. Stadträte drohen nun mit juristischen Schritten. Doch das Problem liegt viel tiefer.

Filderstadt - Der SPD-Stadtrat Frank Schwemmle verlieh am Mittwoch den Forderungen des Technischen Ausschusses nach zuverlässigen Busverbindungen Nachdruck. „Notfalls muss das juristisch geklärt werden“, sagte der Rechtsanwalt. Es sei ein Unding, dass Fahrgäste nicht mit den Busfahrern kommunizieren könnten, weil diese kein Deutsch sprechen. Einige von ihnen würden Schüler fragen, wo sich die Haltestellen befänden. „Da braucht man sich nicht wundern, dass Eltern ihre Kinder nicht mehr mitfahren lassen“, sagte er.

Es gebe leider nicht genug Busfahrer in der ganzen Region, erklärte Mario Graunke, der als Verkehrsberater für das Busunternehmen Melchinger arbeitet. Die Firma stellt einen Teil der Busse, die in Filderstadt unterwegs sind. Man sei darauf angewiesen, Leute aus dem europäischen Ausland, die kein Deutsch sprechen, als Fahrer einzusetzen. Das Schlimmste dabei sei, dass einige Beschäftigte dann, wenn man sie einigermaßen instruiert habe, zum nächsten Unternehmen wechseln würden. „Um die Fahrer gibt es ein Hauen und Stechen“, sagte er. Es seien auch schon Prämien von Busunternehmen ausgesetzt worden. Daraufhin wunderte sich Andy Schmidt (Linke), weshalb sich ein Unternehmen vor diesem Hintergrund auf zehn Jahre für Buslinien bewerbe.

Busse mit geringem Zeitfenster

Einige Stadträte bemängelten außerdem, das die Busse nicht pünktlich seien. Lucas Osterauer (FDP) sagte: „Es kommt auch vor, dass sie zu früh da sind und man dem Bus nur noch hinterher schauen kann.“ Oder aber man bekomme den Anschlussbus nicht mehr, weil der schon abgefahren sei, sagte er und berichtete aus eigener Erfahrung von der Verbindung der Linien 814 und 76. Ein ähnliches Problem gebe es beim S-Bahnhof in Bernhausen. Die Busfahrer würden nicht immer auf die ankommenden Züge warten. „Wenn die sich nur eine Minute verspäten, sollte das doch möglich sein“, sagte Matthias Weinmann (FW).

Die Fahrer könnten zwar auf ihren Displays sehen, wann die S-Bahn ankomme, sagte Verkehrsberater Graunke. Wenn es zu lang dauere, müssten sie allerdings losfahren. „Sonst verlieren sie zuviel Zeit und verpassen bei der Rückfahrt die abfahrende S-Bahn.“ Die Linie 809 habe beispielsweise künftig beim Wendepunkt in Neuenhaus nur eine Minute als Puffer zur Verfügung. „Warum wird diese Zeit nicht verlängert?“, kam daraufhin die Frage aus dem Gremium. „Das ist nicht möglich“, sagte Graunke. Die Lösung wäre, einen zweiten Bus einzusetzen. „Das muss aber auch bezahlt werden“, sagte er.

Tempo 30 Gift für ÖPNV“

Andreas Melchinger, der bei der gleichnamigen Firma Geschäftsführer ist, ging auf das Thema Verspätungen im Generellen ein. Der Hauptgrund dafür seien Probleme auf den Straßen, beispielsweise durch parkende Autos, oder Tempobeschränkungen. „Tempo 30 ist Gift für den ÖPNV“, sagte er. Dagegen seien 40 Kilometer pro Stunde ideal, weil dann der Bus mit Standgas gefahren werden könne. Auch die Rechts-vor-links-Regel sei eine Bremse für die Busse.

Ordnungsamtsleiter Jan-Stefan Blessing wies darauf hin, dass die Stadt schon versuche, Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Man ermögliche in Bonlanden an der sogenannten Stachus-Kreuzung durch die Ampelschaltung eine Busbeschleunigung. Außerdem gebe es an der Plattenhardter Straße Halteverbote. Diesen Weg gehe man weiter. Bei Ausfällen und Verspätungen im Busverkehr werde mit den zuständigen Firmen gesprochen.

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