Leonidas Fotiadis ist der neue Pächter im Restaurant Schnecken in Plattenhardt. Die Ouzo-Gläser hat der griechische Wirt schon bereitgestellt. Foto: Caroline Holowiecki

Nahezu zwei Jahre stand das Lokal Schnecken im Zentrum von Plattenhardt leer, nun hat sich ein neuer Pächter gefunden. Der hat große Pläne.

Ein Turm aus Tabletts, jeweils voll mit Ouzo-Gläschen, wartet an der Theke, dass es endlich losgeht. Am 23. Januar ist das Warten vorüber. Dann eröffnet die Taverna Schnecken. Die vielen, vielen Schnapsgläser werden dann gebraucht. „Zeit für Genuss und Ouzo“ steht auf dem großen Plakat an der Fassade des traditionsreichen Gasthauses Schnecken im Zentrum von Plattenhardt.

 

Der Schnecken gehört zu den prägenden Gebäuden im Filderstädter Stadtteil. Auf einer Tafel an der Außenwand ist zu lesen, dass das giebelständige Hauptgebäude 1553 erbaut wurde, 1579 kam der nördliche Anbau hinzu. Der namensgebende Wendeltreppenturm aus dem 15. Jahrhundert wurde demnach wahrscheinlich von einem anderen Gebäude herversetzt. Entsprechend urig ist das Ambiente im Haus. Viel dunkles Holz, viel Fachwerk und historische Deko, und nun, nach langen Monaten des Leerstands kommt der Schnecken wieder aus seinem Schneckenhaus.

Warum stand der Schnecken in Filderstadt leer?

Im April 2024 hatte der vorherige Wirt aus personellen Gründen aufgehört. Zwischenzeitlich hat die Weinstube den Eigentümer gewechselt. Ein Brüderpaar hat sie gekauft und seit dem vergangenen Frühjahr nach einem passenden Pächter gesucht. „Es soll jemand sein, der mit Leib und Seele dabei ist“, hatte einer der beiden Eigentümer seinerzeit im Gespräch mit unserer Zeitung gesagt, viel Erfahrung in der Gastronomie sollte die Person ebenfalls mitbringen.

Leonidas Fotiadis, der neue Pächter, erfüllt diese Voraussetzungen, wie er sagt. „Wir haben in den letzten zehn Jahren 14 Lokale gehabt“, sagt er. Die Restaurants seien stets gekauft, aufgebaut und weiterverkauft worden, „das war ein Business“, sagt der 43-jährige gebürtige Grieche. Nun, nach einer mehrmonatigen Auszeit, will er sesshaft werden. „Ich habe nach einem passenden Lokal gesucht“, sagt er, und als er den leer stehenden Schnecken im Internet gefunden habe, habe er sich sofort ins Ambiente verliebt. „Das ist etwas für die Ewigkeit, es hat eine warme Atmosphäre“, sagt er und blickt sich im großen Gastraum um.

Spezialitäten aus Griechenland und aus Schwaben

Servieren will Leonidas Fotiadis in der Taverna Schnecken Spezialitäten aus seinem mediterranen Geburtsland Griechenland, aber auch einzelne Gerichte aus seiner schwäbischen Wahlheimat, etwa Rostbraten und Schnitzel, um vor allem auch eine ältere Kundschaft zufriedenzustellen. Wichtig ist dem Gastronom aber vor allem auch eine gute Stimmung. „Wir sind ein lustiges Unternehmen. Es wird hier keiner traurig rausgehen und hungrig sowieso nicht“, sagt er.

Tatsächlich ist Leonidas Fotiadis als Wirt bekannt, bei dem die Ouzo-Flasche locker sitzt. In der Taverna bei Kosta im Grünen bei Stuttgart-Kaltental, in der er bis vor wenigen Tagen noch seiner Mutter zur Hand gegangen ist, hatten seine Gäste selten leere Gläser. Diese feucht-fröhliche Gastfreundschaft will er auch im Schnecken beibehalten. „Hier wird die Ouzo-Pipeline verlegt“, sagt er und lacht laut auf.

Am 23. Januar wird der erste Öffnungstag der Taverna Schnecken sein. Leonidas Fotiadis spricht zwar von einem eingespielten Team, dennoch sagt er. „Erst mal müssen wir funktionieren, wir werden es langsam angehen lassen.“ Grundsätzlich hat er aber viel vor. Livemusik und Weinproben kann er sich ebenso vorstellen wie Sondermenüs zu Ostern. Und eine Sache ist gesetzt: der Ouzo.