Die B 27 ist für Filderstadt Segen und Fluch zugleich. Einerseits befördert sie die wirtschaftliche Entwicklung, andrerseits zerteilt sie die Stadt und sorgt für Lärm. Foto: Malte Klein

Der Technische Ausschuss von Filderstadt befasst sich mit einem Leitbild für Filderstadt. Darin werden für 2030 48 000 Einwohner prognostizeirt. Dafür würden 138 Hektar an Bauland gebraucht.

Filderstadt - Filderstadt soll in den nächsten 13 Jahren eine deutliche Expansion erfahren. Ein sogenanntes Räumliches Leitbild, das von Planungsbüros mithilfe der Verwaltung, des Gemeinderats und von Bürgern erstellt wurde, sieht ein Wachstum um 3000 auf 48 000 Einwohner vor. Um Platz für die erforderlichen Wohnungen zu schaffen, werden im Maximalfall 81 Hektar gebraucht. Für die Ansiedlung von Gewerbe würden weitere 57 Hektar benötigt.

Doch damit wäre noch nicht Schluss. Die Landwirtschaft müsste sich darauf einstellen, dass ihr noch weitere Flächen entzogen werden. Zusammen mit den Ausgleichsflächen, die wegen der Landschaftsversiegelung anfallen, würden im Extremfall sogar 345 Hektar gebraucht. Vor diesem Hintergrund kann man gespannt sein, wie die Stadträte, die auch Bauern sind, am Montag reagieren, wenn das Leitbild im Technischen Ausschuss um 18 Uhr im Bürgerzentrum Bernhausen diskutiert wird.

Im Leitbild, das von der Bürogemeinschaft Reschl Stadtentwicklung und Pesch und Partner erarbeitet wurde, ist zwar auch davon die Rede, dass auf die Landwirtschaft Rücksicht zu nehmen ist, gleichzeitig heißt es dort aber: „Trotz der großen Bedeutung von klimatisch und ökologisch bedeutsamer Kulturlandschaft und der Böden wird auch künftig die Inanspruchnahme von Flächen im Außenbereich notwendig sein.“

Innenentwicklung soll helfen

Gleichzeitig setzen die Planer jedoch darauf, dass vorwiegend im Innenbereich Wohnungen gebaut werden. Im Sinne einer flächensparenden Entwicklung müsse als oberstes Ziel eine konsequente Umsetzung aller Potenziale im Innenbereich verfolgt werden, heißt es im Leitbild. Wie groß dieses Potenzial tatsächlich ist, will die Stadtverwaltung bei der Erarbeitung einer Innenentwicklungsstrategie klären. Sie soll nach einer Bürgerinformation erarbeitet werden, die sich wiederum an die Gemeinderatssitzung am 6. März anschließt. In dieser Sitzung soll das Leibild verabschiedet werden.

Zu den einzelnen Gebieten, die in der Studie für den Wohnungsbau vorgesehen werden, gehört auch die Achse entlang der geplanten S-Bahnstrecke zwischen Bernhausen und Sielmingen. Außerdem zählen Bereiche im Harthäuser Westen sowie im Norden und Osten von Bonlanden dazu. Letzteres Gebiet soll sich an einen erweiterten Gewerbebereich bei der Firma Boss südlich der Metzinger Straße anschließen. Für das Gewerbe sollen außer im Bereich Affelter Äcker herhalten, die sich nördlich der Landesstraße 1209 in Sielmingen und nördlich der Echterdinger Straße in Bernhausen befinden.

Leitbild als Richtschnur

Wo letztlich die Aufsiedlung im Außenbereich stattfindet, soll ein Flächennutzungsplan klären. Die Entwicklung im Innenbereich wird durch die erwähnte Innenentwicklungstrategie geklärt. Schließlich gibt das Leibild auch für die konzeptionelle Zukunft der Stadtteile Vorgaben. „Das Leitbild ist für die Stadt eine wichtige Richtschnur“, sagt Stadtplanungschef Matthais Schneiders zusammenfassend.

Bei der Entwicklung der einzelnen Stadtteile sieht die Studie den Schwerpunkt in Bernhausen. Es könne sich künftig als Standort zentraler Einrichtungen für die Gesamtstadt profilieren. In den übrigen Stadtteilen sei die Nahversorgung zu sichern, wobei Bonlanden die Rolle eines Versorgungsschwerpunkts für die südlichen Stadtteile zugesprochen wird.

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